#1

Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:00
von Extramensch • 8 Beiträge

Vom Orkus als Newcomer des Monats Oktober 2010 bezeichnet geben sich Extramensch geheimnisvoll. Es fallen keine Namen, weder wer Sänger, noch Gitarrist, Bassist oder Schlagzeuger der Band ist. Fakt ist, dass die Band aus fünf Extramenschen besteht.

Sie selbst beantworten die Frage nach "Wer ist Extramensch?" mit „Jeder ist Alles und Nichts, ... denn Alles, was ist, ist Eins!“ Daraus schlussfolgern sie: „Der Erkenntnis folgend bis DU Extramensch!“, was hoch philosophisch und lyrisch klingt, verspricht viel. Und genau dieses Versprechen wird auf dem Album „Extramensch“ gehalten. Extramensch versuchen nicht das Schöne neu zu entdecken, die Liebe brillanter zu beschreiben oder für sie noch schönere Worte zu finden oder gar eine bessere Erklärung aufzuzeigen, wer oder was Gott ist. Nein, sie holen sich Rat in schon Geschriebenen. Anders als das Rilke Projekt oder Hesse Projekt dies höchst kommerziell aufgezogen hat (möglichst viele bekannte Namen, um das Werk zu promoten), vertonen Extramensch große Schriftsteller wie Goethe, Schiller, Rilke aber auch alte Weisen von Francois Villon auf ihre Weise, mit einer guten Kombination aus gitarre-lastigem Rock, düsteren Stimmen und elektrischen Synthesizern.

Das Album beginnt mit dem Titelsong „ Extramensch“ und einem typischen Motiv, dem Phoenix aus der Asche. Hier fühlt sich der Hörer direkt an Zeraphine erinnert, wo auch der zweite Song nicht vor Halt macht, hier wird Rainer Maria Rilkes „Das Lied des Bettlers“ vertont und der Gitarrist Extramensch zeigt, dass sie dem Genre Gothic-Rock angehören. Die Riffs sind sauber, die Stimme düster.

Der dritte Song „Kleine Liebesballade“ ist eine alte französische Weise von Francois Villon und Extramensch verstehen es auf brillante Weise, dieses alte Liebesgedicht aus dem 15. Jahrhundert in die Gegenwart zu transportieren. Auch hier stehen die Gitarren im Vordergrund, treiben den Sänger an, das rothaarige Mädchen für sich zu erobern.

Obwohl sich Extramensch alten Texten widmen, mit alter Lyrik aufwarten, wirken sie auch im 20. Jahrhundert nicht verstaubt oder antiquiert. Dies schaffen sie einerseits durch die Wahl der Instrumente, sie greifen hier zu E-Gitarren, aber auch zu elektronischen Synthesizern. Vor allem aber haben sie Texte und Fragen ausgewählt, die auch in der heutigen Zeit noch nicht beantwortet wurden. In „Gospel“ wird die Frage geklärt, dass Gott schwarz ist und alles Böse und Schwarze an sich zieht. Wolfdietrich Schnurre hat eben dies in seinem Gedicht aufgeworfen, ein Gott, der die abscheulichsten Dinge, von Menschen durch geführt, zulässt, kann nur schwarz sein. Wichtig ist hier zu nennen, dass nicht die Hautfarbe damit gemeint ist, sondern die Seele.

Extramensch bedienen sich der deutschen Sprache, nur kurze Zitate rühren aus dem lateinischen („Leidenschaft“). Sie wollen vor allem verstanden werden und den Fokus auf die Inhalte lenken, der sich eben vollkommen auf die Musik projiziert, weil keine Ablenkung durch die Frage „Was haben die Bandmitglieder vorher gemacht?“ vorhanden ist. Eine Ausnahme ist der letzte Song, der zusammen mit Carmen Rizzo aufgenommen wurde. Eine Vertonung von Friedrich Schillers Werk „Das Mödchen aus der Fremde“. Aber auch hier bleiben Extramensch sich treu, sie singen deutsch, Carmen englisch. Nicht sie wollen im Licht stehen, sondern der Hörer, der aus der Musik für sich einen Weg findet, denn nach Extramensch ist alles Existierende miteinander verbunden.

Fazit: Extramensch liefern ein großartiges Debut, sie zeigen, auf ihre Art, dass alles schon gesagt wurde und dies dennoch auch heute noch von großer Bedeutung ist. Und obwohl sie sich alter Texte bedienen, zeigen sie etwas Neues. Es bleibt zu hoffen, dass sie genau so weiter machen und noch viel von ihnen zu hören sein wird.

nach oben springen

#2

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:04
von Extramensch • 8 Beiträge

Die Frage nach dem „Sein“ und die vielfältigen Interpretationen der Antwort

"...EXTRAMENSCH ist Jeder, ist Alles und Nichts. Denn Alles, was ist, ist Eins!", so steht es in der Bandinfo dieses Quartetts. Das macht verdammt neugierig und der Preis der Neugier zahlt sich aus, denn das was EXTRAMENSCH dieser Tage über Delicious Records veröffentlichen, hat es mehr als in sich! Mehr dazu in untenstehender Review...vorab jedoch präsentieren wir Euch das Interview, welches wir kürzlich mit Ihnen führten...

Hallo Extramensch, willkommen beim Dark Feather! Zu Beginn gleich die Frage: wer und was ist Extramensch im Sinne Eures Bandgefüges?

Wir sind EXTRAMENSCH; Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang.

Ihr macht ein ziemliches Geheimnis um Euer Dasein; Teil eines Plans, Konzepts oder was ist es?

Kein Geheimnis, es ist aber auch nicht wichtig. Es geht nicht darum eine Maskerade zu veranstalten und mit irgendwelchen abstrusen Pseudonymen innovatives Marketing zu betreiben, es ist schlichtweg nur nicht wichtig. Interessierte Hörer werden dahinter kommen wer EXTRAMENSCH ist. Dann werden sie entscheiden, ob das, was sie hören (immer noch) toll ist, oder ob das, was EXTRAMENSCH (Mitmusiker) früher gemacht hat (haben), in ihren Augen besser war. Ganz egal. Bis dahin hatte EXTRAMENSCH ein wenig Zeit, allein für sich zu sprechen. Als unbeschriebenes Blatt...



Interessant ist, dass Extramensch sich stark der Philosophie und klassischer Lyrik hingibt, so zitiert Extramensch zum Beispiel Goethe und Rilke im Zusammenhang mit „seiner“ Musik. Was sind denn die Hauptinspirationsquellen beim Songwriting?

Die Frage nach dem „Sein“ und die vielfältigen Interpretationen der Antwort. Die Wahrheit und der Geist in den alten Gedichten...



Ihr sagt, EXTRAMENSCH offenbart und manifestiert die allumfassende, universelle Bedeutung der Selbstfindung. Welche Intention trifft es näher, wollt Ihr mit Eurer Musik die Menschen dazu bewegen, sich selbst Fragen zu stellen oder doch eher auf direkte Weise wachrütteln?

Sagen wir das? Verdammt...;-)
Es ist die Möglichkeit im Rahmen der Selbstfindung zu erkennen, ein Molekül des Großen und Ganzen zu sein, die Verbindung mit ALLEM existenten zu erfahren. Insofern wäre es uns eine Freude, dem Hörer zu einer transzendentalen Erfahrung zu verhelfen und ihm vielleicht sogar den Weg zur Transmutation zu ebnen. Realistische gesehen sind wir zufrieden, wenn uns die Leute einfach nur zuhören. Das erhöht die Möglichkeit über das gehörte nachzudenken. Wachrütteln kann man nur den bereits erwachten...und ob das jemand will, muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Wir wollen weder bekehren, belehren oder missionieren. Wir bringen nur ein wenig Licht ins Spiel...



Wann war eigentlich die Geburtsstunde von Extramensch?

Die Geburtsstunde ist der 17.9.2010. Bis dahin sind wir schwanger...und das schon seit Juni 2009.

Soweit ich weiß, veröffentlicht Ihr in den kommenden Wochen Euer Album. Könnt Ihr schon mehr zum Inhalt verraten?

12 Geschichten, die als Teil des Ganzen verschiedene Nuancen des Daseins beschreiben. Harte Gitarren, dezente Elektronik, eigenartiger Gesang. Kopfkino. Metalyrik.



In Eurer Musik treffen harte Gitarren auf elektronische Stilmittel, der interessante musikalische Cocktail kommt in deutscher Sprache daher, Metalyrik wie Ihr gerade erwähntet nennt Ihr Euren Stil. Wolltet Ihr Euch damit bewusst abgrenzen um nicht in Schubladen zu gleiten?

Menschen brauchen ihre Schubladen so dringend, ohne sie würde die Welt zusammenbrechen und Chaos ausbrechen. Wir glauben nicht, dass uns irgendetwas von anderen Bands unterscheidet, solange der Hörer nicht beschließt, dass uns etwas von anderen unterscheidet. Es liegt also allein am Herz des Hörers ob wir uns in seinem Universum zu etwas Besonderen entwickeln oder nicht. Ob wir sein Herz überhaupt erreichen ist eine Frage der Chemie, wie alles im Leben...



Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Carmen Rizzo und wie war diese Erfahrung für Euch?

Unser Mann in Amerika hatte, um EXTRAMENSCH in den US einzuführen, den Weg der Remix-Trades vorgeschlagen. Carmen war der erste, den er in Betracht gezogen hatte und dieser war von der Idee sofort begeistert. Er hatte zuvor unsere ersten Songs gehört und fand die Idee Electronica in Metal zu wandeln von Beginn an spannend. Für uns war es, neben der sehr ansprechenden Komposition von „This Life“, vor allem der bezaubernde Gesang von Kate Havnevik, der uns zu dem den Song führte...Übrigens dürfte sie dem einen oder anderen geneigten Hörer durch ihre Tätigkeit für Schiller bekannt sein. Es war uns daher eine besondere Freude mit dem „echten“ (Friedrich) Schiller zu konfrontieren.



Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Zu den bizarren Erfahrungen gehören; ein sich in alle Einzelteile auflösender Tourbus (73er VW Bully, dessen kanadischer Fahrer glaubte mit einem Saab-Sportwagen unterwegs zu sein und nach ca. 100km mit 120 im dritten Gang den Motor sprengte), ein Zimmerbrand in einem Hotel (Schlagzeuger mit Dame und Zigarette im Bett eingeschlafen), der dazugehörige Nervenzusammenbruch der Tourmanagerin...
zu den positiven Erfahrungen zählen viele verschiedene Produktionen, bei denen wir das Glück und die Freude hatten,unsere Ideen und Gedanken verwirklichen zu können und die ab und an sogar recht erfolgreich wurden. Viele interessante und inspirierende Begegnungen...
Zu den negativen Erfahrungen zählt vor allem die Tatsache, dass einige Menschen, die im Musikgeschäft arbeiten glauben, außerhalb der Regeln von Kinderstube und Moral zu stehen. Egal ob Musiker, Manager, Veranstalter oder Plattenfirmenmenschen, es fehlt oft an Wahrhaftigkeit und Anstand. Es ist eine künstliche Blase der Selbstbeweihräucherung. Damit wollen wir nichts zu tun haben.



Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Wir bedanken uns für dein Interesse und deine Gedanken und möchten dir zum Abschluss folgendes Zitat schenken;

Mein Freund, die Kunst ist alt und neu.
Es war die Art zu allen Zeiten,
Durch Drey und Eins, und Eins und Drey
Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
So schwätzt und lehrt man ungestört;
wer will sich mit den Narrn befassen?
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
Es müsse sich dabey doch auch was denken lassen.

J.W.v. Goethe, Faust - Eine Tragödie



Extramensch CD Cover Extramensch „Extramensch“ (Delicious Records, September 2010)

„…Extramensch ist Jeder, ist Alles und Nichts, …denn Alles, was ist, ist Eins!“ heißt es in der Vorankündigung zum selbstbetitelten Debüt-Album von Extramensch. Klingt alles etwas geheimnisvoll und gar philosophisch anmutend? Ist es auch, aber genau dort setzt Extramensch an, öffnet dem Hörer die Türen in ihre Welt, führt sie in Gänge, die sie zwar durch diese 12 Tracks beschritten haben, jedoch zu einem Teil selbst (noch) nicht wahrhaft kennen. Extramensch nimmt den Zuhörer bei der Hand und lädt quasi zur gemeinsamen Erkundung ein. Dass dabei große Denker wie Goethe, Schiller und co. auch in ihrer Lyrik durch Inspiration Einzug halten, liegt eigentlich nahe. MetaLyrik eben, was heißt das schon… alles, nichts, Extramensch eben. Das was das Ganze aber die Krone aufsetzt, ist die musikalische Darbietung dazu und jene ist ja nun mal nicht ohne Bedeutung, handelt es sich hier doch um ein Musikalbum. Denn nicht wie manch einer nun vermuten würde, werden diese Lyriks in bedächtigen schweren, musikalisch minimalistisch reduzierten Balladen vorgetragen, nein, Gothic-Rock mit einer Portion Electro und Metal bieten Extramensch feil und verbinden harte Gitarrenriffs mit schönen Melodien und eingängige Gesangsstrukturen. Dabei schaffen sie es auch musikalisch immer wieder den Spannungsbogen innerhalb der Stücke aufzubauen. Als einzigen Kritikpunkt kann ich auf diesem Album nur erkennen, das man sich manchmal wünscht, das es nicht innerhalb der Stücke (denn dazu bilden sie zu sehr eine Einheit), aber innerhalb des Album mehr Tempowechsel wünschen würde, denn für manch einen könnte die Gefahr auflaufen, das beim nebenbei anhören, das Album nach einer Weile vor sich hinplätschern könnte – aber zum „nebenbeihören“ ist dieses Album auch nicht erschaffen, dazu geht es „zu“ sehr in die Tiefe… Ein prima Debüt, Daumen hoch!

Anspieltipps: Das Lied des Bettlers, Kleine Liebesballade, Bitter/Süß, This Life

nach oben springen

#3

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:09
von RedravenSturmkind
| 1.915 Beiträge

Ok... Auch das ist mal ausführlich...the hunt

Dann auch hier ein herzliches Willkommen an die "Vielen" die "Eins" sind. fred


...und das Chaos gebar eine Tochter...



Selbst wenn du auf natürlichem Wege geboren wurdest
Heißt das nicht, dass du eines natürlichen Todes sterben wirst

nach oben springen

#4

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:09
von private_idahoDementorin
| 5.677 Beiträge

Superschöne Vorstellung...!

Dann schau Dich hier um und fühl Dich wohl....!
Viel Spass!
private!!


Ich bin Einzig-Nicht Artig...!!!

nach oben springen

#5

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:21
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

Sehr geheimnisvoll....
herzlich Willkommen und viel Spaß :)





nach oben springen

#6

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:28
von Extramensch • 8 Beiträge

...wir wollen eigentlich gar nicht geheimnisvoll sein, sondern die musik für sich sprechen lassen...

nach oben springen

#7

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:31
von Extramensch • 8 Beiträge

...ich möchte gerne hier noch ein interview mit einer bayrischen postille posten, wobei der schreiberling keinerlei spaß verstand...

Extramensch - EXTRA ist gar kein Ausdruck

Und wieder erscheint eine neue Band am Himmelszelt der Rockszene… nur diesmal mit einer gehörigen Portion „Extras“, die offensichtlich auf Deiwel komm raus polarisieren sollen. Angefangen damit, daß die Personen hinter dieser Truppe unbekannt bleiben wollen, sich als identisch scheinende Grafikfiguren präsentieren und im Grunde jeglichen Einblick in Ihre tatsächliche Identität mit kryptischen Kommentaren unterbinden. Aber bildet Euch selbst Eure Meinung bei diesem kauzigen Interview…

Normalerweise würde ich jetzt fragen, wer wie heißt, welches Instrument spielt und sonstige Aufgaben innehat. Diese Info scheint bei Euch jedoch geheim zu sein, oder?

Nicht geheim, aber auch nicht wichtig. Wir sind Extramensch; Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren und Gesang. Es geht nicht darum eine Maskerade zu veranstalten und mit irgendwelchen abstrusen Pseudonymen mordsmäßig innovatives Marketing zu betreiben, es ist schlichtweg nicht wichtig. Interessierte Hörer werden früher oder später sowieso dahinter kommen wer Extramensch ist. Dann können sie immer noch entscheiden, ob das, was sie jetzt hören, toll ist oder cool, oder ob das, was Extramensch früher gemacht hat, in des Betrachters Augen besser war. Ganz egal. Bis dahin hatte Extramensch ein wenig Zeit, für sich zu sprechen. Als unbeschriebenes Blatt...

„Exramensch ist Rock, Extramensch ist Theater, Extramensch ist Jeder, ist Alles und Nichts, Denn Alles, was ist, ist Eins!“ Das sind die Einleitungsworte auf Eurem Bandinfo. Mit den weiteren Ausführungen über die Zusammenhänge des Einzelnen und des Universums könnte man Euch leicht einen „pseudointellektuellen“ Trieb unterstellen. Wie kontert Ihr darauf?

Mit hohen, weiten Flanken auf den Links-Außen.

Ah ja… !? Seit wann gibt es Euch und wie kam die Band zustande?

Ein Künstler hatte eine Vision, mit der er weitere Künstler in seiner näheren Umgebung infizierte. Zufälligerweise haben all diese Künstler Musik als kleinsten gemeinsamen Nenner und so wurde diese zum primären Vehikel der Vision. Das war im Frühsommer 2009.

Euer Sound ist eindeutig dem schwarzen Sektor zuzuordnen… wie würdet Ihr die Bezeichnung für Euren Stil formulieren?

Wir verbinden Metal und Lyrik zu MetaLyrik. Wie die Metaphysik stellt auch die Metalyrik die Frage nach dem "Sein". Also, wie Du schon sagst: Pseudointellektuelles Gelaber im schwarzen Sektor der Südkurve [das hab eich SO nicht gesagt, aber gut]. Wenn allerdings ein Atlantik-Tiefdruckgebiet durchzieht könnte es auch ein Zufallstreffer (=lichter Moment) des unterbelichteten Links-Außen sein.

Aha… das laß ich jetzt einfach mal unkommentiert! Standen Euch für die musikalische Ausrichtung irgendwelche bekannten Bands oder gar Eure eigenen, aus denen Ihr womöglich stammt, Pate?

Walter von der Vogelweide, Friedrich Schiller, Goethe, Igor Stravinsky, Gustav Mahler, The Beatles und T-Rex. Alles, was wir ALLE in unseren Leben jemals gehört haben, ist bewußt oder unbewußt in unser Werk eingeflossen... mit freundlichen Grüßen von C.G. Jung.

…der als Psychiater das „kollektive Unbewußte“ untersuchte… schon klar! Ihr seid gleich die zweite „Newcomer“-Band dieser Ausgabe, die mit dunklen deutschen Texten, Synthieklängen und dicken Stromgitarren in die sogenannte „Gothic Rock“ Ecke gesteckt werden darf, aber - wie auch die Kollegen von Unzucht - einen durchaus eigenständigen und attraktiven Charakter mitbringt. Und auch Euch stelle ich diese Frage: Da diese Musikrichtung schon einige Jahre Bestand hat und Ihr nun nicht gänzlich das Rad neu erfindet, wäre es interessant zu hören, was Euch dennoch in Euren Augen von den anderen unterscheidet und möglicherweise abhebt (abgesehen von der momentanen Gesichtslosigkeit)…

Erst einmal danke dafür, daß Du uns einen "eigenständigen" und "attraktiven" Charakter attestierst. In anderen Teilen der Welt hätte man uns direkt in die Schublade "Rammstein" oder neuerdings auch "Unheilig" gesteckt. Die lieben Menschen brauchen ihre Schubladen so dringend, ohne sie würde die Welt zusammenbrechen und Chaos ausbrechen. Wir glauben nicht, daß uns irgendetwas von anderen Bands unterscheidet, solange der Hörer nicht beschließt, daß uns etwas von anderen unterscheidet. Es liegt also allein am Herz des Hörers, ob wir uns in seinem Universum zu etwas Besonderen entwickeln oder nicht. Ob wir sein Herz überhaupt erreichen, ist eine Frage der Chemie, wie alles im Leben...

Und ich danke für die erste relativ geradlinige und verständliche Antwort! ;-) Gibt es ein gewünschtes Zielpublikum für Euch oder ist es Euch egal, wer Eure Musik hört?

Die komplette Südkurve, das literarische Quartett, die Metalheads unter den Arte-Sehern, die Philosophen unter den Porno-Darstellern und alle die über ein T-Shirt lachen können, auf dem "Karel Gott ist schwarz" steht.

Und schon ist´s wieder dahin… Ich denke nicht, daß ich mich zu einer dieser Sektoren zählen würde. Dann bin ich zwar nicht „gewünscht“, aber hoffentlich dennoch „geduldet“! ;-) In welcher Szene fühlt Ihr Euch am meisten zuhause?

In jener, in der die Band durch die Katakomben von Cleveland irrt.

Natürlich. Hätte ich mir auch denken können. Ihr verwendet anscheinend bereits Geschriebenes aus der Literatur, aus der Wissenschaft, etc. Warum keine eigenständigen Texte?

Weil bereits alles gesagt wurde. Jeder Gedanke, jede Erkenntnis, jede Vision wurden bereits in wunderschöne Worte gefaßt. In den Werken der alten und neuen Meister liegt bereits alles, was uns bewegt. Unsere Worte könnten nicht trefflicher sein. Warum also nicht respektvoll und bescheiden ein bestehendes Werk ehren?

Ja, warum nicht? Nachdem das Projekt bzw. die Band ja offensichtlich ein Konstrukt aus einigen mehr oder minder bekannten Figuren zu sein scheint, stellt sich die Frage, ob Ihr zuerst die Scheibe aufgenommen habt oder zuerst live aufgetreten seid (mit Masken vielleicht?) und wann die Maskerade ein Ende finden wird?

Eigentlich ist ja alles erstunken und erlogen. Extramensch ist eine gecastete Band, die es gar nicht gibt. Dahinter steckt sicher wieder dieser Stefan Raab. Der hatte doch schon einmal versucht die Gothic und Metal Szene zu infiltrieren. Die Musiker kennen sich in Wirklichkeit gar nicht, haben sich weder im Studio gesehen, noch jemals gemeinsam auf der Bühne gestanden. Das wird sicher so eine Playback Show wie Milli Vanilli.

Tja, was soll ich sagen? Spätestens an dieser Stelle ist mir wohl mein Humor aus der rechten Hosentasche geplumpst… oder war´s die linke? Leider kann man bei einem Mail-Interview ja nicht nachhaken und so vermögen solche Kommentare einen wie eine verweilende Duftwolke zu umfleuchen, ohne Chance sich ihrer entziehen zu können… die Frage ist nur, aus welcher Luke dieser Duft entwich und ob man gerne daran riecht!

Ich habe mir Eure Kurzfilmchen angesehen. Es werden Personen in ganz normalen Umgebungen gezeigt. Ihr habt auf gut deutsch, einfach die Videokamera ausgepackt und andere Leute gefilmt, richtig? Was wollt Ihr damit zum Ausdruck bringen?

Genau das.

Schönen Dank auch. Was wird der nächste Schritt nach der Veröffentlichung der CD bei Euch sein? Irgendetwas „Normales“, „Reguläres“ wie Touren oder Videos drehen… oder wird der Pfad weiterhin so nebulös beschritten, wie er begonnen hat?

Wir schätzen, wir können nicht anders. Natürlich werden wir nebulös bleiben, Konzerte spielen oder auch nicht, Videos drehen, die keiner versteht und ab und an auch den einen oder anderen klar formulierten Satz von uns geben. So einen wie:

„Mein Freund, die Kunst ist alt und neu.
Es war die Art zu allen Zeiten,
Durch Drey und Eins, und Eins und Drey
Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
So schwätzt und lehrt man ungestört;
wer will sich mit den Narrn befassen?
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
Es müsse sich dabey doch auch was denken lassen.“

J. W. v. Goethe, Faust - Eine Tragödie

...und natürlich wird auch dieser Satz nicht von uns sein.

Obwohl ich ein fröhlicher Zeitgenosse bin und keinen Witz verschmähe, hätte ich mir schon gewünscht, ein paar ernsthaftere und aussagekräftigere Antworten für Euch zu bekommen. Aber wie man sieht, scheint das bei der „Flanke von Links-Außen“ nicht von großer Bedeutung zu sein. Wäre ich Griesgram, käme ich mir womöglich sogar verarscht vor!

nach oben springen

#8

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:33
von ZerrFallSchnatterzapfen des Grauens
| 324 Beiträge

Das war die wohl spannendste Bandbeschreibung die ich bis jetzt lesen durfte, muss mich sofort reinhören!

schön dass ihr hier seid, viel spaß fred


"Wer sind sie?" - "Wer? Wer ist nur die Form als Konsequenz der Funktion des Was. Und was ich bin, das ist ein Mann mit Maske!"

nach oben springen

#9

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 17:45
von Extramensch • 8 Beiträge

Extramensch ist wie ein trockener bordeaux,
beim ersten schluck bekommt mensch noch harte brustwarzen,
aber bald muß mensch schon die zweite flasche öffnen...

nach oben springen

#10

RE: Extramensch

in Vorstellungsthread 13.02.2011 18:49
von asmodi • 35 Beiträge

Herzlich Willkommen! ;)


Welcome to the Cabinet

nach oben springen

We'Re Down Till We'Re Underground
Dauerhaft Werbefrei ....No Bots,Affiliate Links or Junk.



Deutschsprachiges Underground-Portal
Besucher
0 Mitglieder und 1 Gast sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Anonimixsog
Forum Statistiken
Das Forum hat 1106 Themen und 30614 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:




Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de