#1

Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 04.03.2011 07:07
von NachtvogelTraumtänzer
| 1.444 Beiträge

Auf einem anderen Board wird man bei der Erstellung seines Profils gefragt: "Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?" Man könnte dies als religiöse Frage betrachten, doch ist es das für mich nicht. Ich habe folgendes geantwortet:

Das Leben nach dem Tod
ist das Leben vor dem Tod,
ist das Leben UND der Tod,
nicht Leben oder Tod.


Mich würde interessieren, wie ihr das seht: was ist der Unterschied zwischen Leben und Tod - mal abgesehen von den biologischen Körperfunktionen ... ?



(falls das hier nicht reingehört, bitte verschieben!)


"und schon ritze ich wieder an der Lebenslinie meiner Hand herum" (Stefan Ackermann)

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#2

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 04.03.2011 17:57
von fredrock • 4.421 Beiträge

Also für mich sind das erstmals zwei Bezeichnungen für jeweils einen Zustand.

Die Frage nach dem -Leben nach dem Tod- ,, ist ne rein Metaphysische Frage.
Is so ähnlich wie die Frage nach dem -Sinn des Lebens- man geht in beiden Fällen davon aus, das es so was überhaupt gibt und das kann man denne je nach Sinnen so, oder so Beantworten.


zuletzt bearbeitet 04.03.2011 17:58 | nach oben springen

#3

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 04.03.2011 20:22
von RedravenSturmkind
| 1.915 Beiträge

Ob es ein Leben nach dem Tod gibt weiß ich nicht...
Will ich eigentlich auch nicht wissen.
Ich finde es im Grunde gar nicht wichtig.
Leben und Tod sind untrennbar miteinander verwoben. Das Eine gäbe es ohne das Andere nicht.

Ich lebe mein Leben... sterbe meinen Tod (es kann schließlich nur meiner sein) und ob die Reise dann weiter geht? Mal sehen...


...und das Chaos gebar eine Tochter...



Selbst wenn du auf natürlichem Wege geboren wurdest
Heißt das nicht, dass du eines natürlichen Todes sterben wirst

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#4

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 04.03.2011 20:43
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

Zitat
was ist der Unterschied zwischen Leben und Tod - mal abgesehen von den biologischen Körperfunktionen ... ?


Jo da sind wir wieder bei der Frage : Geist und Körper gleich eins ? Lebt der Geist auch ohne Körper ?
Ich weiss gar nicht wo wir damals stehen geblieben waren... he he he... nachdem uns Golem die Köpfe zum rauchen gebracht hat...
the hunt

Zitat
"Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?"


Dazu zitiere ich mich mal selber...

Zitat
Wie kommt der Mensch auf solche Gedanken ? Ich glaube es ist die pure Verzweiflung... der Mensch merkt
irgendwann das er in seinem Leben so viele Erfahrungen gemacht hat das er nun weiß wie das auf der Erde
so läuft, er fühlt sich ein wenig weise und wird mit zunehmenden Alter immer weiser... da ist es
natürlich sehr schwer zu akzeptieren das alle diese Weisheit nach dem Tod wie eine Seifenblase
zerplatzen soll und somit das ganze eigene Leben zu nichts nütze war. Aus dieser Verzweiflung heraus
reden sich viele Menschen ein das der gesammelte Erfahrungsschatz weiterleben muss.. in welcher Form
auch immer.





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#5

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 05.03.2011 17:24
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Hallo Nachtvogel,

nun der eine glaubt an ein Leben nach dem Tod andere vertreten die Auffassung der Nihlilisten.

Aber .... und da halte ich mich an meinen persönlichen Leitspruch:
Glauben heißt nicht wissen!
D.h. ich muß erstmal rausfinden was ich 100%ig genau wissen kann.
Und ein Glaube ist nur eine Überzeugung oder Annahme - aber keinesfalls die Wahrheit.
Aber ich will jetzt da nicht zu sehr ins Philosphische, Psychologische gehen oder mit der neuesten Physik ins Detail gehen.
Das hab ich schon bei anderen Themen ausgiebig getan.
Nicht das Skull wieder der Kopf raucht. the hunt

Also eine ganz einfache Geschichte von mir dazu:

2009 hatte ich ein Klassentreffen meines Jahrgangs 1959.
Wie üblich redet man über das was bisher in jedem seinem Leben passiert ist und wärmt alte Geschichten aus der Schulzeit auf:
"Weißt Du noch wie....". Man hat viel zu erzählen - schließlich sind über 35 Jahre seither vergangen.
Nach geraumer Zeit sagte dann plötzlich einer:

" Eigentlich fühl ich mich kein bißchen anders als damals, als wir noch in die Schule gingen."

Jeder bestätigte dies nach einigem nachdenken.
Schließlich ging jeder in der Erinnerung soweit zurück, wie er sich erinnern konnte. Dabei stellten wir fest, daß wir uns auch damals nicht anders fühlen als jetzt.
Wir diskutierten darüber wie das den sein kann. Jeder hat sich nicht nur körperlich verändert - wurde älter -, sondern auch in der Persönlichkeit, bei manch einem konnte man auch eine Veränderung des Charakters und selbst in der Psyche feststellen.
Doch näher konnten wir das nicht benennen, denn die Meisten hatten mit dem Philosophischen nichts am Hut und verlierten das Interesse.

Aber die Geschichte zeigt, daß es etwas in uns gibt, das von den körperlichen Veränderungen wie altern, Krankheiten oder Unfälle bzw. Schlaganfälle gar nicht beeinträchtigt wird.
Selbst bei Neugeborenen kann das schon beobachtet werden.
Auch ist es nicht identisch mit der Person oder dem Ego. Denn die Persönlichkeit, Charakter und psychische Konstitutation verändert sich in den Jahrzehnten.
Dieses Etwas aber nicht. Doch was genau ist das.
Ich benenn es mal neutral als reines Bewußtsein. Bewußtsein das nur beobachtet (mit allen Sinnen) noch bevor eine Bewertung, Gedanke oder Gefühl dazu kommt.
Dieser Beobachter ist selbst in der Physik wichtig.
Darauf baut z.B. der Taoismus und die Zenphilosophie auf. Indem sie sich darin üben nur im Hier und Jetzt zu bleiben.

Wenn dieses etwas das wir selbst sind, aber nicht von der Person, vom Körper usw. beinflußt wird.
Und von Geburt an in unserem Leben immer gleich bleibt, dann führt das zu der logischen Schlußfolgerung, daß es auch vom Tod nicht verändert wird. Leben und Tod sind nur 2 Seiten ein derselben Medaille.
Wie schon Raven schrieb: Mein Leben - mein Tod.
Aber mein bezieht sich auf die Person, das Ego und die körperliche Erscheinung eines Menschen.
Doch die Geschichte oben läßt den Schluß zu, daß das was ich bin mehr ist als nur mein Leben und mein Tod.
Denn es lebt und stirbt nur das was mein ist, aber damit nicht wer ich mehr als dieses mein bin.
Vorsichtig ausgedrückt: Das "ich bin" in meiner Existenz, das aber nicht Teil meiner Existenz ist.
Meine Existenz enthält dieses Ich und es ist dessen Grundlage, aber es ist nicht identisch mit meiner Existenz oder ein Teil davon.

Grüße aus nächtlicher Tiefe
Golem


__________________
Tod ist alles, was wir im Wachen sehen, und Schlaf, was im Schlummer.
Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#6

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 05.03.2011 17:43
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

Jo ich glaube das dieses Etwas was Du beschreibst auch für unser "Bauchgefühl" verantwortlich ist... denn das liefert uns auch oft Antworten bevor wir überhaupt über die Frage nachgedacht haben...
Wenn dieses Etwas durch den Tod nicht verändert wird, dann muss es aber auch schon vor unserer Geburt da gewesen sein, oder nicht ?





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#7

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 06.03.2011 11:20
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Mit Bauchgefühl meinst Du eher die Intuition, die sich über ein Gefühl ausdrückt.

Der Ausdruck reines Bewußtsein trifft es vielleicht noch am Besten.
Jenes das nur beobachtet, aber nicht Teil der Beobachtung ist.
Da wir aber gewohnt sind uns mit unserer Existenz zu identifizieren, wird der Teil der nur beobachtet aber nicht Teil unserer Existenz ist überhaupt nicht bemerkt. Die Intuition ist am ehesten mit dem Sein verbunden.

Nun wenn man vom reinen Bewußtsein ausgeht.
Gibt es ja nicht bloß unser Oberbewußtsein, sondern auch ein Unterbewußtsein, tiefer darunter das kollektive Unterbewußtsein und tiefer auch noch ein kollektives Unbewußtsein.
Das läßt darauf schliessen, das es ein Bewußtsein, als Grundlage unserer Existenz da ist, auch nach dem Tod sein wird und auch davor da war.


__________________
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Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#8

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 06.03.2011 11:44
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

Also quasi ein "Stammgeist" der je nachdem in welchem materiellen (Lebe-) wesen er gerade wohnt einen individuellen Geist entwickelt ?
Nach dem Verlust dieser materiellen Hülle sich wieder eine neue sucht ? Ein rohes Betriebssystem das nach der Installation erst individuell angepasst wird, aber jederzeit auf einer anderen Hardware neu installiert werden kann ?





zuletzt bearbeitet 06.03.2011 11:45 | nach oben springen

#9

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 06.03.2011 12:41
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Hhhm...
das trifft es nicht ganz.
Bei Deinem Beispiel müßtest Du das Internet einbeziehen.
Das Internet, das mit allen PC verbunden ist wäre eher Dein "Stammgeist", aber da fehlt noch das was den konkreten Computer baut und installiert. Dein Beispiel würde in etwa stimmen, wenn das Internet die Hardware baut, die Softwares und Betriebssysteme entwickelt und installiert.

Das Wesen wäre da eher die Idee eines Computers mit Internet.
Der individuelle Geist, ein konkretes Abbild der Idee mit einer bestimmten Hardware (da gibt es unterschiedliche Komponenten und Größen), mit einem bestimmtem Betriebssystem (es gibt ja nicht bloß Windows) und die darauf installierten Programme.

In etwas so wie es Platon beschreibt.
Das Sein und die konkrete Existenz als ein Abbild der Idee.
Z.B. Was war vorher - das das Huhn oder das Ei?
Da gibt es meist endlose Diskussionen.
Jedoch genau genommen gibt es erst die Idee - eben das Huhn.
Die konkrete Existenz ist dann entweder als Henne oder Hahn in seinen Entwicklungsstufen vom Ei über das Kücken zum Hahn bzw. Henne. Die Existenz als Henne oder Hahn ist endlich, die Idee aber nicht. Die wird es auch noch geben wenn alle Variationen von Henne und Hahn ausgestorben sind.


__________________
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520 - 460 v. Chr.
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#10

RE: Leben und Tod

in Der Garten des Geistes 06.03.2011 12:51
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

Zitat
Dein Beispiel würde in etwa stimmen, wenn das Internet die Hardware baut, die Softwares und Betriebssysteme entwickelt und installiert.


Hmm, das klingt mir schon zu viel nach "Gott" ich finde Du gehst schon einen Schritt weiter... nämlich zu der Frage wo kommen die Stammgeister ( Ideen ) her...
Naja bei der Frage landen wir sicher wieder in der typischen Endlosschleife, denn beim Versuch sich so etwas vor zu stellen zieht man unweigerlich wieder Vergleiche mit bekanntem. Also der menschlichen Existenz, die ein Anfang und ein Ende hat. Gäbe es also einen Teil dieser Existenz die als Grundidee, Stammgeist oder wie auch immer weiter existiert würden wir gleich wieder grübeln wo diese Ideen her kommen, wieviele gibt es im Universum, können die auch verloren gehen oder neue entstehen...





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