#1

Die Welt der Erscheinungen [1]

in Der Garten des Geistes 11.07.2012 14:27
von fredrock • 4.421 Beiträge

Die Welt der Erscheinungen ist die Welt in der wir Leben.

Unsere Welt ist eine Welt der Dinge, eine Welt unserer Sinneswahrnehmungen und unseres Verstandes.

Der Welt der Erkennbarkeit, dem Erkennenden seiner Erkenntnisfähigkeit nach, allem Seienden .
Diesem zustand der Dinge,kann es aber nicht genügen als oberste Idee ,als erstes Prinzip zu gelten.

Dieses würde vereinfacht gesagt heißen, das Demokratie z.b über all gleich verstanden werden würde oder auch der Begriff des Schönen für jeden das gleiche bedeuten würde.

Es muss also eine Idee von etwas existieren, als erste Instanz oder zu mindestens als Mögliche,
So wie Hunde Abkömmlinge des Wolfes sind.

Diese Ureigene Idee ist es ,welche der Vernunftserkentnis zu Grunde liegen muss und nicht der Wechselhaftigkeit des veränderbaren unterliegt.

Im Vorbildcharakter der Idee gegenüber dem Einzelding liegt zugleich ein normativer Aspekt.
Das Einzelding ist gemessen an der Idee, deren Darstellung es ist.

Nehmen wir wieder den Begriff der Gerechtigkeit so kennen wir also nur eine Interpretation dieser eigentlichen Idee,nur eine Version,, nicht das wahre ICH der Gerechtigkeit.

Aber genau darum geht es, sich nicht zu begnügen mit der Kopie,einem Entwurf .. sondern die Eigentliche Idee zu ergründen welche , Ausgangspunkt der alleinigen Form ist.
Diese Idee zu ergründen ist keineswegs die Frage nach einem Sinn.. das sollte man nicht verwechseln.

Eine Idee in diesem Sinne ist ein real existierendes, unveränderliches und sinnlich nicht wahrnehmbares urbildhaftes Prinzip, das in einem bestimmten Verhältnis zu den konkreten, sinnlich wahrnehmbaren Einzeldingen steht, obwohl es von diesen getrennt ist: Das Einzelding hat teil an der Idee , die Idee ist im Einzelding gegenwärtig .

„In schroffem, unausgeglichenen Gegensatz stehen sich gegenüber das „reine“, schlechthin unwandelbare Sein der Idee, und das fortwährend wechselnde, „auf alle Weise sich verhaltende“ Pseudo-Sein der Erscheinung: jenes das „Sein, welches immer ist“, dieses „umhergetrieben vom werden und Vergehen“.“
– Nator

Das defizitäre Sein der Erscheinungen steht also dem wahren Sein der Ideen trotz ihrer Teilhabe gegenüber. Die ontologische Aufgabe des Sinnendings ist es, sich seiner Idee anzunähern und so seine Bestform (arete) zu gewinnen. Es handelt sich also bei den Ideen nicht um bloße gedankliche Abstrahierungen bzw. Generalisierungen aus dem vergänglichen Vielerlei der diesseitigen Realität. Vielmehr geht das Ideal der vergänglichen Weltwirklichkeit voraus.

Natürlich erkennt man auch hier die Symptomatik des "Höhlengleichnis" wo es auch um die Wahrhaftigkeit der Dinge (Schatten) an sich geht.

Aber nochmal, dieses ist nicht die Frage nach einem Sinn, sondern mehr frage der Differenz des Erkennens und des Seins.

Es geht sozusagen um das Licht was Dinge erst erkennbar macht, denn ohne Licht würde alles im Dunkeln liegen.

So muss auch ein Licht als Idee gedacht werden,welches allem Sein zugrunde liegt(z.b wie die Natur der Existenz des Menschen).. wäre dem nicht so.. würde man nicht einmal einer Vision einer Idee begegnen.

Fragestellung; Was ist die durch viele Einzelideen überallhin ausgespannte Idee, wie kann eine Gattung identifiziert werden? Wie werden viele voneinander verschiedene Ideen von einer Idee von außen umfasst, wie zergliedert sich die Gattung? Wie wird eine Idee durch viele Einzelideen hindurch in einer Einheit zusammengeführt, so dass eine Mannigfaltigkeit vollständig bestimmter abgegrenzter Einheiten entsteht?

So und nun kommt meine Pointe der ganzen Geschichte;

Diese suche nach dem Faktor X zieht sich nicht nur durch die gesamte Philosophie als auch der Menschen Geschichte.

Es rührt wohl daher, da der Mensch wie ein blinder durch seine ganze Existenz stolpert und versucht das wahre Sein der Dinge zu ergründen.

Die Flapsigkeit des ganzen liegt darin,,wenn er dazu in der Lage wäre (der Mensch), würde er vielleicht gar nicht danach fragen müssen ?.

Denn für uns Menschen gilt, wir finden in allem nur das, was wir vorher dahin hinein gelegt haben.



„Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“

– Immanuel Kant:

Dabei ist es nach Kant zuerst der Verstand, der die Erscheinungen für sich auf der Basis der Empfindungen formt und konstruiert. Dazu wählt er die für seine Handlungs- oder Denkschemata geeigneten oder notwendigen Sinneseindrücke aus. Ohne Tätigkeit des Verstandes wären alle sinnlichen Empfindungen bloße unstrukturierte „Data“. Bezogen auf den Verstand formuliert Kant: „alle seine Vorstellungen und Begriffe sind bloss seine Geschöpfe, der Mensch denkt mit seinem Verstand ursprünglich, und er schafft sich also seine Welt.“

Und dieses ist dann das, was man eben die Welt der Erscheinungen nennt.

Eine Welt der Freiheit der Wahl und der Veränderung, denn nichts scheint determiniert, nichts ist alleinig und unumstößlich,


zuletzt bearbeitet 11.07.2012 14:30 | nach oben springen

#2

RE: Die Welt der Erscheinungen [1]

in Der Garten des Geistes 11.07.2012 14:51
von fredrock • 4.421 Beiträge






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