#21

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 16.04.2010 22:27
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Was aber wenn man den Bereich des schon Gedachten verläßt und Denken als kreativen Prozeß verstehen würde und in Bereiche aufbricht, wo nie zuvor ein Mensch hingekommen ist, um unbekannte Möglichkeiten des Seins zu erforschen?
Eine Art Denkexpedition ins Unbekannte, Ungewisse.

Oder um bei unserem beliebten Höhlengleichnis von Platon zu bleiben, dem erlernten Sehen und reflektierte Denken der Schattenwelt in der Höhle den Rücken zu kehren und aus der Höhle heraus in das Licht der Wirklichkeit, die mit dem Erlernten und bekannten Sehen fast in garnichts mehr gemein hat.
Oder:
Kennst Du in "Alice hinter den Spiegel" von Lewis Caroll die Stelle wo sie sich mit einem Reh im Wald anfreundet, dass erst außen erkennt, dass es ein Reh ist, da drinnen niemand Namen hat. Und wenn Du dies umkehrst und fragst "Wer bin ich eigentlich?"

Zitat
„Seiendes“ und (oder) „Sein“ und man sollte darauf achten, das man Nichtseiendes nicht zum Sein macht..
he he schöner Satz


Weshalb denken wohl alle, daß, an der Stelle wo Hamlet nachsinnt:
"Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage",
er dabei in die leeren Augen eines Totenschädel blickt?
Vielleicht sind Sein und Nicht-Sein nur die 2 Seiten der Wirklichkeit. Wie bei einer Münze. Indentifziere ich mich mit dem Sein und bin ich, kann ich das Nicht-Sein nicht begreifen oder erkennen, weil es eben auf der anderen Seite liegt.
Und bin ich tot hab ich keine Verbindung zum Leben. Was aber wenn ich das Ganzes bin? Oder wenn man sich von der 2-dimensionalen Schattenwelt löst und sich der 3-dimensionalen Wirklichkeit zuwendet?

Na Meditation heißt eigentlich Nachdenken und mit nachdenken kann man nichts Neues erschaffen. Das ist ein kreativer Prozeß. Und von Drogen (außer ab und an ein Glas Schwarzbier) halt ich nix.
Verfahren(es) ist nicht mein Ding und laß es fahren. He der Satz ist auch nicht schlecht.
Zen oder Tao wär da vielleicht eher was. Aber ich bevorzuge das Denken oder die reine Vernunft als kreativen Prozeß.


__________________
Tod ist alles, was wir im Wachen sehen, und Schlaf, was im Schlummer.
Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#22

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 17.04.2010 11:10
von fredrock • 4.421 Beiträge

Aber genau da unterstelle ich, es gibt für den Menschen nicht das... ungesehene, ungedachte oder ungehörte,, wenn de verstehst was ich meine.. wir klammern uns an Hoffnungen,, Helo,,,Hello is there anything out there ?
Doch der Mensch ist Alleine mit Sich.. in Sich, erst wenn er das begreift kann er daran erwachsen.. alles andere ist eine Flucht..
Dr Kimble.. Also so sehe ich das.. aber ich verstehe Dich schon. yip


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#23

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 17.04.2010 14:38
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Zitat
Aber genau da unterstelle ich, es gibt für den Menschen nicht das... ungesehene, ungedachte oder ungehörte,, wenn de verstehst was ich meine.. wir klammern uns an Hoffnungen,, Helo,,,Hello is there anything out there ?


Das seh ich auch so - aus meiner Sicht als Mensch. Und ja ne - frei nach Pink Floyd - da draussen is nix. Da drinnen ist aber auch nix. Beides das Drinnen und das Draussen sind ja nur ein Konstrukt und nicht wirklich.
Und nu?

Zitat
Doch der Mensch ist Alleine mit Sich.. in Sich, erst wenn er das begreift kann er daran erwachsen..


Auch das sehe ich genauso. Das ist aber nur einen Stufe. Und bis hierher kann Dir auch jeder folgen. Die Nächste ist die wenn der Erwachsene gereift ist (ab 40 the hunt).
Auf dieser Stufe realisiert: der Mensch: "Ich bin" kann ich garnicht sagen, denn das was "Ich" sagt gibt es nicht.
Und jetzt wird's brenzlig, den jetzt wird an der Grundlage des Lebens als Mensch gerüttelt. Der Verstand schreit Wahnsinn (seine Logik/Rationalität geht flöten), das Ich gerät in wilde Panik (Angst vor Auflösung) und dem Körper wird schlecht (unbewußte Angst vor dem Tod). Und der Schutzmechanismus wie in der Terrormanagementtheorie beschrieben setzt ein. Das Reptiliengehirn reagiert automatisch, denn den Tod kann man nicht angreifen - also bleibt bloß die Flucht (weg hier schnellstens). Und der Mensch ist Dr. Kimble auf der Flucht.
Wenn ich diese Stufe nur als Gedankenkonsrukt betrachte, kann ich mein Denken wie ein Vorhut bis dahin vordringen lassen,
Aber wenn es richtig realisiert wird?....


__________________
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Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
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Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#24

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 17.04.2010 15:17
von fredrock • 4.421 Beiträge

Sag nicht Stufe sondern Sprosse und Du hast da diese Philosophen Leiter auf dem weg der Erkenntnis (deren Name mir entfallen ist) da gehts auch immer nur bis zu dem Punkt wo Du wieder runter fällst und von vorne beginnst,, und das soll man nun genauso annehmen als wenn man einen Felsen einen Berg hinauf wuchtet der dann wieder runter-rollt (you know who i mean) es geht nicht darum, DAS sondern um das annehmen und daran wachsen für mich !:


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#25

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 18.04.2010 11:15
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Ob Sprosse oder Stufe. Das sind doch nur Worte und Begriffe ein und desselben Prinzips.
Aber danke für der Hinweis auf Sisyphos - das hilft mir weiter.

Ist das Wachstum nicht beendet wenn Du das angenommen hast? An was willst Du dann noch wachsen?
Der Rest ist dann nur noch Warten auf den Tod.


__________________
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#26

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 18.04.2010 11:33
von fredrock • 4.421 Beiträge

Na dieses annehmen und richtige sehen des Umstandes stelle Dir mal nicht so leicht vor, ich meine wer versucht sich daran ? schaut man sich mal die Menschen (oder sich selber) an ?.

Unter dem Motto Theoretisch .. hab ich ja Begriffen aber an der Umsetzung scheiterts,, merke ich bei mir och immer.. ne ne das nicht so leicht wie es sich liest..

Zitat
„Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. [...] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

– Der Mythos des Sisyphos:


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#27

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 18.04.2010 18:36
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Zitat
Na dieses annehmen und richtige sehen des Umstandes stelle Dir mal nicht so leicht vor, ich meine wer versucht sich daran ? schaut man sich mal die Menschen (oder sich selber) an ?.


Na dem stell ich mal das Erlebnis eines Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan entgegen:

Zitat
"Ich habe eine Panzerfaustrakete direkt auf mich zufliegen sehen. Und die ist wenige Meter über unser Fahrzeug hinweg geflogen. In dem Moment hat man noch nicht einmal Zeit, Angst zu haben. Die kommt erst danach. Denn das geht so schnell. Man sieht in die Fratze des Terrors und gleichzeitig in den eigenen Tod. Sitzt schon auf der Schippe des Todes. Und dann springt man wieder runter. Das geht innerhalb von einer Millisekunde."


So eine Erfahrung können viele nicht mental und psychisch annehmen geschweige den verarbeiten.
Die Folge sind psychische Erkrankungen und sogar körperliche Symptome. Deshalb geb ich Dir recht - so einfach ist das Annehmen der Wahrheit ganz sicher nicht.
Das weiß ich nur allzu gut und nicht nur bloß theoretisch.
Aber danke dieser Hinweis hat mich dazu gebracht mich nochmal intensiv mit meinem Erlebten zu beschäftigen.
Manchmal wird ein Mensch gezwungen sich dran zu versuchen.

Wer sowas verarbeiten kann, versteht was Platon meinte, als er schrieb: … der Körper ist das Grab der Seele… oder des, zum Tode verurteilten, Sokrates (nachdem er den Schierlingsbecher, den zu trinken er verurteilt war, getrunken hatte) als er sagte: "Leben – das heißt lange krank sein. Ich bin dem Heiland Asklepios einen Hahn schuldig.“ Aber auch was Sokrates dabei meinte: "Es ist nicht schwer dem Tode zu entgehen - jeder Soldat weis das; man muß nur fortlaufen -., aber weit schwerer, der Schlechtigkeit: denn sie läuft schneller als der Tod."

Ich weis wir berühren damit "das Problem des Sokrates" von Nietzsche.
Das ist nur ein Problem wenn man nie dem Tod ist Auge gesehen hat.
Aber lassen wir das.


__________________
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Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
zuletzt bearbeitet 18.04.2010 18:39 | nach oben springen

#28

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 18.04.2010 20:10
von fredrock • 4.421 Beiträge

Na na na jetzt vergleicht aber jemand hier Äpfel mit Bananen,
es ist nicht das was gemeint war mit einer Traumatischen Erfahrung zu Verwechseln ! (typisch Gothic) the hunt
Aber ich komme später darauf zurück.. muss gleich Essen gehen,, fred


zuletzt bearbeitet 18.04.2010 20:11 | nach oben springen

#29

RE: Die Philosophie

in Der Garten des Geistes 18.04.2010 20:21
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Nu ja, wenn man aus Äpfel Äpplwoi(Apfelwein und aus Bananen Bananenwein nach,
sind beides Weine also doch zu vergleichen.

Tja ich bin halt nunmal ein Gothic the hunt


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