#21

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 18.04.2010 19:49
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Versuchs mal mit Zen.
Z.B. Kyu-Do – Zen als Kunst des japanischen Bogenschießens.
Die Japaner haben das gleiche Problem damit wie wir Deutschen.
Weshalb man mit einem Zen-Koan (Konzentration auf einen einzigen Inhalt) beginnt.
Ein Zen-Koan kann aber nicht logisch gelöst werden führt deshalb letztlich zum Hier und Jetzt.

Eine andere Methode ist die Konzentration auf den Atem.
Darauf basiert das Mind-Management (Praxisbuch von Jon Selby + Paul Hannam).


__________________
Tod ist alles, was wir im Wachen sehen, und Schlaf, was im Schlummer.
Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#22

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 05.08.2010 11:27
von loocyferFegefeuerungeheuer
| 126 Beiträge

Die Konzentration auf den Atem find ich gut und hilfreich.

Versucht mal das: wenn ihr einatmet, denkt ganz fest an den höxten Punkt auf eurem Kopf (an den Scheitel, die Glatze... :D ) und beim Ausatmen denkt ihr fest an euren Bauch.

Solche tricky Sachen helfen mir ungemein, um mich zu entspannen oder zu konzentrieren, je nachdem ;).


------------------------------------------
An'ye harm none, do what ye will.

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#23

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 06.08.2010 10:48
von Arakielich darf das
| 254 Beiträge

Mal zurück zum Freiheitsgedanken.
Hier wurde ja schon viel geschrieben. Meist jeweils zu relativ unterschiedlichen Bereichen der Freiheit. Teilweise wurde es auch vermischt.

Eine wirklich komplette absolute Freiheit kann es garnicht geben.
Schon alleine deshalb, weil wir körperlich gebunden und physikalischen Gesetzen unterworfen sind. Außerdem sind wir biologische Wesen mit Bedürfnissen, die abgedeckt werden müssen (!).
Wir können auf Essen und Trinken nicht verzichten. Und selbst wenn wir eine Maschine entwickeln und nutzen, die uns diese Nahrungstätigkeit abnimmt und unseren Körper mit Nährstoffen versorgt ohne daß wir uns drum kümmern müssen, so sind wir dann auch wieder abhängig und unfrei.
Ich denke solche Dinge sollte man bei Freiheitsdiskussionen einfach rauslassen.
Auch den Tod würde ich rauslassen. Auch er ist nunmal existent seit dem Tag der Geburt.
Klar beendet er alles, aber Freiheit sollte man eher auf den Zeitraum zwischen Geburt und Tod beziehen.
Oder sogar nichtmal von Geburt an, sondern später, wenn das bewusste selbstständige Denken anfängt.
Und hier gehts schon los mit der Unfreiheit. Lange Zeit entscheiden andere Menschen was ein Kind zu tun hat. Das ist natürlich gutgemeint, dient der Entwicklung, der Erziehung und der Bildung. Aber es prägt auch, konditioniert zum Teil.
Ab wann ist man wirklich "frei"? Zwischen Kindergarten und Grundschule, wo das Gehirn einen Entwicklungsschub durchmacht und Selbstbewusstsein und Selbsterkenntnis erlangt?
In der Pubertät? Wo man sich bewusst abgrenzt? (Sklave des Hormonorkans lasse ich mal weg, weil eben natürlich vorgegeben)
Ab 18? Ein (beliebig) festgelegtes Alter?

Selbst wenn uns die Eltern keine Vorschriften mehr machen dürfen, weil wir gesetzlich volljährig und "frei" sind, so haben sie uns doch über lange Zeit geprägt und erzogen. Klar kann man Dinge abschütteln, aber vieles ist derart unbewusst und verankert, daß es uns dermaßen normal vorkommt, daß wir es garnicht erkennen.

Aber nungut, an dieser Stelle gibt es sicherlich viele Möglichkeiten, sich selbst "frei" zu machen.
Laut Freud gibt es ja ES (Triebe) - Ich - ÜberIch (der erhobene Zeigefinger der anderen).
Das Überich ist genau der Teil, der von Eltern, Lehrern, Mitmenschen beeinflusst wird. Quasi die Selbstzensur, die man sich selbst zumutet.
"Was würde mein Vater sagen, wenn ich lieber konsumiere statt zu sparen?"
"Was würde mein Chef sagen, wenn ich im Jogginganzug zur Arbeit komme?"
"Was würden die Kollegen denken, wenn ich mich nicht an der Kaffeekasse beteilige?"
"Was würde die Nachbarn denken, wenn der Rock zu kurz wäre?"
"Was würde der Pfarrer denken, wenn er wüsste daß ich nicht jeden Abend bete?"
"Was würde meine Mutter denken, wenn sie wüsste, daß mir Analverkehr gefällt?"

Daraus resultieren lauter Verhaltensweisen, die nur darauf begründet sind, was andere wohl denken mögen.
"Das tut man nicht."
"Das macht man nicht."
"Was sollen denn die Leute denken?"

Und genau an der Stelle kann man ansetzen. Dieses ÜberIch erkennen und den Müll aussortieren.
Sich einfach die Frage stellen "Warum eigentlich (nicht)?" und "Wer ist eigentlich dieser 'man'?"
Denn in vielen Dingen ist es einfach Scheißegal, was andere denken. Dann gucken, reden, lästern sie halt.
Natürlich gibt es einige Dinge und Verhaltensregeln, die man einhalten sollte, aus Rücksicht vor anderen.
Wurde ja schon angesprochen, die Freiheit der anderen.
Oder andersrum "Was Du nicht willst was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Wenn ich nicht will, daß andere Leute im Restaurant neben mir schmatzen, dann mache ich es selber besser auch nicht. Klar schränke ich mich selber dadurch ein in meinen Freiheiten, ich könnte ja trotzdem frech laut schmatzen, aber ich denke, Ihr wisst was ich meine, worauf es dabei ankommt.

Kommen wir zur politisch/gesellschaftlichen/grundrechtlichen Freiheit.
Nunja, weltweit und historisch betrachtet liegen wir in Deutschland schon ziemlich weit vorne, was Rechte und Freiheiten angeht.
Ja, es gibt Lücken, ja es gibt Macken, ja es gibt Grenzen.
Aber insgesamt ist es schon (noch) ziemlich frei. Vor allem in unserer Freizeit.
Und im Privaten.

Es gibt natürlich auch gewählte Unfreiheiten. Z.B. Arbeit.
Arbeit dient (unter anderem) dem Broterwerb, also der Befriedigung eines nicht zu ändernden Bedürfnisses.
Wenn man was zu Essen haben will, dann muß man auch was dafür tun. Selber jagen oder in der Fabrik Geld verdienen für den Supermarkt.
Im Idealfall hat man einen schönen ArbeitsVERTRAG freiwillig unterschrieben, der gegenseitige Rechte und Pflichten zufriedenstellend klärt.
Im schlimmsten Fall wird man zum Lohnsklaven.
Da können die Grenzen der Wahlfreiheit und Wahlmöglichkeiten arg verrutschen.
Überhaupt die Wahlmöglichkeiten sind schon stark beeinflusst durch Menschen und in Zeiten, wo wir selber noch nicht wählen konnten. Wir ein Kind nicht richtig gefördert und gefordert, kümmert sich Niemand um Bildung, Ausbildung (und Erziehung), dann endet es meist in einem schlechten Schulabschluß und dadurch in wenig bis garkeinen freiheitlichen Wahlmöglichkeiten bei der Broterwerbstätigkeit.
Eine große Macke im System. Denn diese Menschen (Opfer?) sind einigen Freiheiten beraubt, ohne daß sie was dafür konnten.

Eine weitere freiwillige Unfreiheit sind Partnerschaft/Ehe/Kinder.
Wobei ich hier nicht das Wort "Unfreiheit" benutzen würde, sondern eher "Kompromiss". Schließlich hatte man die Wahl.
Man kann (sogar gleichgeschlechtliche) Partner wählen. Man kann Ehepartner wählen. Und man kann alles wieder beenden. Oder von vornherein partnerlos bleiben.
Und Kinder(nicht)wunsch kann man dank Kondome und Pille (Oha, doch Hilfswerkzeuge zur Umgehung von natürlichen Gegebenheiten) auch nachgehen.

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Tja, mit den freien Gedanken oder gar freiem Willen ist das so eine Sache. Denkt mein Körper und dann erst bemerke ich es, oder denke ich tatsächlich frei, befreit von jeglichen natürlichen und anerzogenen Grenzen?
Das wird ja häufig in der Wissenschaft bezweifelt/bestritten.
Bin mir da noch nicht ganz sicher.

---------------------------------------

Nachträglicher Edit:

Natürlich ist die Freiheit der Wahl immer begrenzt durch die angebotenen Möglichkeiten.
Egal ob im Supermarkt oder in der Politik. Von dem was da ist, kann ich höchstens das wählen, was mir am ehesten zusagt. Oder es halt lassen.
Auf die angebotenen Möglichkeiten habe ich natürlich nicht soviel Einfluß.
Das Prinzip von "Angebot und Nachfrage" ist da schon sehr theoretisch.
In der Praxis bringt es nichts, im Supermarkt nach Gurkenbutter zu fragen. Sie wird garantiert nicht nächste Woche im Regal stehen.
Hier greift das Prinzip des Kapitalismus, da gelten etwas andere Spielregeln.
Es ist ja durchaus Bedarf und Nachfrage an Elektroautos oder anderen alternativen Antrieben. Aber Autoindustrie und vor allem Erdölindustrie haben noch kein Interesse, ein vernünftiges Angebot zur Wahl auf den Markt zu stellen.
Da schränken also andere Menschen unsere Wahlfreiheiten bzw Wahlmöglichkeiten ein.
Ein Problem.

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Regeln und Gesetze würde ich nun nicht unbedingt als Einschränkung der Freiheit bezeichnen, zumindest nicht wenn sie auf dem Grundsatz "Was Du nicht willst was man Dir tu..." beruhen. Und das tun sie zumeist.
Selbst die letzten sieben der Gebote Gottes.
Man braucht nunmal Regeln für ein friedliches vernünftiges Zusammenleben.
Naja, die "Freiheiten des Anderen" eben.
Aber ich denke, das ist okay so und keine Unfreiheit.
Letztenendes schützt es mich und meine Freiheit ja auch.
Klar gibt es Menschen, die sich nicht daran halten und mir oder anderen Schaden, aber durch diese Regeln und Gestze definiert man ja "Verbrechen" und kann es ahnden und bestrafen um dadurch zu zeigen "Sooo nicht, das wollen wir nicht."


zuletzt bearbeitet 06.08.2010 11:09 | nach oben springen

#24

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 19.09.2010 19:03
von LastCaressDunkelsblond!
| 750 Beiträge

Mir ist da heut auf meinem Fahrrad nochmal so ein Gedanke gekommen...

Ihr kennt doch sicherlich(gut, nich´ alle aber einige doch, denke ich!) diesen Menschen,
der sich "Öff Öff" nennt!?

Er hat seinem Peronalausweis abgegeben und meint dem Staat nicht auf der Tasche´ zu liegen,
Selbstversorger, auch mit seiner "Schenker-Gruppe" ein selbstbestimmtes Leben hier zu führen...

Nur so mal als Überblick, um ihn geht es mir jetzt nicht direkt, eher um seine Art Leben zu wollen.
Praktisch außerhalb der Gesellschaft, selbstbestimmt ohne Zugehörigkeit, ohne Pflicht´
aber daher auch ohne Recht´! Oder?

Wozu hat sich die Gesellschaft so strukturiert? Gut, verschiedene Systeme, Demokratie in den meisten
Fällen, wenn auch oft nur versucht...
kann man heute, hier oder auch, was weiss ich, im abgelegensten Winkel der Erde, Neuseeland oder in Alaska,
irgendwo im Urwald(wenn´s den den noch so ursprünglich irgendwo hier gäbe), egal wo auch immer auf der
Erde, noch so leben? Selbstbestimmt, ohne judikative, exikutive Gewalt, ohne eine Gesellschaft ohne einen
Ausweis?

Kann man sich den Menschen entziehen? Klar, es gibt noch Naturvölker, die weitgehend noch selbstbestimmt leben,
vielleicht auch keine Geburtsurkunde´ oder einen Ausweis besitzen, ich meine aber jemanden, der wir wie wir
in einem zivilisierten(wie auch immer man dass betrachten möchte)Land aufgewachsen ist.
Kann der/die sich so befreien`?

Vielleicht wiederhole ich mich auch irgendwo, hab ja da auch mal etwas zu getextet, hab schon ziemlich alles mitgelesen hier, aber ich halte heute nicht mehr für möglich, sich den Menschen zu entziehen. Man kann Einsiedler´ werden, aber die
Chance ganz allein zu bleiben, nie mehr kontakt mit Menschen zu haben, welches ja dann auch die "Freiheit" beeinflusst, die man so vielleicht leben wollte, halte ich zu gering.

Wie schon geschrieben, nur so ein Gedanke! Daher halte ich die Art zu Leben des Herrn Öff-Öff´ auch für einen Versuch, aber nicht wirlich für "frei". Dies wäre eine Utopie, und bliebe dabei.


wer wagt der gewinnt!?

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#25

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 19.09.2010 19:53
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

@Isa:
Ja ! Warum nicht ? Wenn man einen starken Willen hat und weiß wie man sich Nahrung beschafft... kein Problem. Ich denke sogar des es jede Menge Leute gibt die irgendwo in Schweden, Norwegen, Kanada oder Alaska z.B. so alleine im Wald leben und jahrelang keinen anderen Menschen zu Gesicht bekommen. Wer das wirklich will, der kann es auch. Wie man sich Nahrung beschafft kann man ja lernen, nicht nur bei der Bundeswehr gibt es ja dafür sogar Kurse. the hunt
Sicher kann es nicht jeder.





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#26

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 19.09.2010 20:06
von fredrock • 4.421 Beiträge

Der jute Öff .. das witzige dabei,, er hat völlig Recht, nur das nicht jeder so Radikal aus einem Gemeinsamen Kontext, denn nichts anderes ist unser Leben in der Masse tritt.

Ab min 6 finde ich liegt der Punkt.. bei Bedarf kann ja jeder weitersehen..


zuletzt bearbeitet 19.09.2010 20:06 | nach oben springen

#27

RE: Lust auf Freiheit ?

in Der Garten des Geistes 19.09.2010 20:50
von LastCaressDunkelsblond!
| 750 Beiträge

Seine Einstellung und seine Gedanken dazu finde ich ja auch gut! So im Ganzen, nur halte ich es in dieser, unserer Gesellschaft, für schwierig so etwas auch umzusetzten.
Ich fand es eben auch ziemlich komisch, oder eigen, eigenartig, dass eben dieser Öff-Öff´ auch so die Medien benutzt hat, bzw. sich hat von den Medien benutzen hat lassen, dass war allerdings in Bezug auf andere Sendungen mit ihm...

Der Mensch an sich ist egostisch, auch wenn er sozial sein kann.

Und ist es denn nicht auch ein Überleben? So zum Stichwort Bundeswehr....


wer wagt der gewinnt!?

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