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Recht kurios

in Alles worüber ihr Lachen könnt 03.12.2009 14:48
von fredrock • 4.421 Beiträge

Kein Anspruch auf Stehpinkeln
aktualisiert am 22. Juni 2009
Ein echter Mann pinkelt im Stehen. Das fand zumindest 1997 ein Kläger vor dem Amtsgericht Hannover. Er forderte vom Veranstalter Schadensersatz, weil die Beschaffenheit der Toilette ein Geschäft im Stehen verhinderte. "Ich musste einige Male vor dem heruntersausenden Deckel zurückweichen. Alle meine Versuche, die Klobrille aufzurichten und zu fixieren, sind gescheitert," begründete der Kläger seine Forderung. Das Gericht wies die Klage ab - und stimmte damit wohl eher dem Anwalt der beklagten Gesellschaft zu. Dieser sagte: "Mir widerstrebt es, mich mit Gewohnheiten beim Wasserlassen auseinanderzusetzen. Die meisten Frauen haben ihre Männer schon so erzogen, dass es bei diesem Geschäft hygienisch zugeht".
(Amtsgericht Hannover, Aktenzeichen 509 C 1603/98)



Ramadan auch für Touristenaktualisiert am 22. Juni 2009
Es ging um eine Oman-Reise, die von einem Ehepaar nach der Hälfte der Reisezeit abgebrochen wurde. Der Mann hatte im Reisebüro erklärt, er wisse, dass er im Ramadan unterwegs sein werde. Er ging jedoch fälschlicherweise davon aus, dass die Verbote nur für Muslime gelten. Doch auch für das Paar galt: Kein Rauchen kein essen, kein Trinken von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Wie das Gericht entschied, hätte die Reisebüromitarbeiterin den Mann in jedem Fall näher nach seinen Kenntnissen über den Ramadan befragen müssen. Denn es sei "nicht als Allgemeingut anzusehen", dass auch Nicht-Muslime tagsüber die Einschränkungen hinzunehmen haben. Das Ehepaar durfte daher zehn Prozent des Reisepreises zurückfordern.
(Landgericht Dortmund, Aktenzeichen: 17 S 45/07)



Körpergeruch
aktualisiert am 22. Juni 2009
Für seine Mitreisenden kann man nichts - für Arroganz kriegt man nichts. Das musste ein Tunesienurlauber 1995 feststellen. Der Familienvater kam zu einem Aufenthalt in einem Fünf-Sterne-Haus, in dem zu seinem Entsetzen "Gäste mit einfach strukturiertem Niveau" aus dem benachbarten überbuchten Drei-Sterne-Haus untergebracht wurden. Diese seien zum Abendessen in Badekleidung erschienen, strömten Körpergeruch aus und hätten gerülpst. Daher forderte der Gast eine Preisminderung von 35 Prozent. Das Gericht folgte der Argumentation nicht und wertete die beschriebenen Phänomene nicht als erhebliche Beeinträchtigung der Urlaubsfreuden.
(Amtsgericht Hamburg, Aktenzeichen 9 C 2334/94)



Körpergeruch II
aktualisiert am 22. Juni 2009
Zumindest teilweise bekam ein Fluggast recht, der mit seinen eigenen Ausdünstungen die Geruchssinne seiner Mitreisenden strapazierte - und deswegen nicht mitfliegen durfte. Der Mann war 2005 bei einem Flug der British Airways von Hawaii nach Düsseldorf unmittelbar vor dem Abflug ausgeschlossen worden, weil sich eine Sitznachbarin über den Schweißgeruch beschwerte. Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab der Forderung des Gastes zumindest teilweise recht: British Airways muss dem Gast zumindest die Kosten für die außerplanmäßige Übernachtung bezahlen, etwa 260 Euro. In erster Instanz hatte das Gericht noch zugunsten der Airline entschieden, da diese sich in ihren Beförderungsbedingungen vorbehält, Gäste wegen extremen Körpergeruchs vom Flug auszuschließen.
(Oberlandesgericht Düsseldorf, Aktenzeichen: 18 U 110/06)



Einheimische sind kein Reisemangel
aktualisiert am 22. Juni 2009
Es ist wohl einer der am häufigsten zitierten, weil unglaublichsten Reiserechtsvorfälle. Das Ehepaar, das 1996 nach Mauritius reist, schwer enttäuscht zurück kommt und vom Veranstalter Geld zurück will. Einer der Gründe, die der Kläger vor dem Amtsgericht Aschaffenburg angab: Ein Aufenthalt am Strand sei kaum möglich gewesen, weil "die einheimische Bevölkerung einen derartigen Lärm gemacht" hätte, dass der Kläger "schlichtweg sprachlos" gewesen sei. "Schlichtweg sprachlos" war nach eigener Aussage auch der Richter - und zwar darüber, "dass sich ein Reisender allen Ernstes darüber beschwert, er habe den Strand am Urlaubsort mit Einheimischen teilen müssen." Die Klage wurde abgewiesen.
(Amtsgericht Aschaffenburg, Aktenzeichen 13 C 3517/95)



Kein Anspruch auf Sonnenschein
Es regnet selten am Roten Meer, in manchen Regionen nur alle zehn Jahre. Ein Urlauber hatte trotzdem Pech und forderte vom Reiseveranstalter Geld zurück, weil ihm das Wetter zu kalt und zu verregnet war. Die Richter vom Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt wiesen die Klage ab, für Regenwetter gibt es keinen Ersatz.
(Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt, Aktenzeichen 10 C 801/96)


zuletzt bearbeitet 03.12.2009 14:50 | nach oben springen

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