#51

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 21.05.2010 15:58
von fredrock • 4.421 Beiträge

Zitat
Mit der kopernikanischen Wende verschob sich das Selbstbild des Menschen. Er stand nun nicht mehr im Zentrum, sondern war alleingelassen im weiten Raum und mit der Unendlichkeit konfrontiert, die ihn ängstigte



Dieses Ausschnitt meint aber auch was ich Denke. der Mensch musste mehr und mehr Einsehen das es die Natur um ih ist, die ihn Bestimmt.

Der Mensch kann sich zwar einiges drehen und wenden, so das es nach seinem Verständnis passt.
Aber der Hauptunterschied ist in dem Bewusstsein - Mensch und Natur.

Der Mensch täte gut daran etwas mehr Demut gegenüber dem zu Entwickeln was ihm maßstäblich Leben und sterben lässt.

Die Gesetzte der Menschen (Geistige wie Praktische) sind bedingt.
Sind zweckgebunden.

Die Gesetze der Natur sind unumstößlich unüberwindbar !.
Ein Sauerstoffmolekül verhält sich überall immer gleich, ohne etwas zu hinterfragen oder ohne irgendwelche Launen.. ohne zweckgebunden zu Agieren.


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#52

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 31.05.2010 21:31
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Sorry, war mit meinem Umzug beschäfigt.

Zitat
Je mehr sich das Bewußtsein von der archaischen, über die magische, schließlich der mythologischen und zuletzt zur mentalen/rationalen Struktur wandelte, umso mehr änderte sich das Wissen vom einem Wissen das unmittelbar ist zu einem Wissen das man haben kann. Aus diesem Grund wurde auch die Schrift benötigt.
Zusammengefasst aus "Ursprung und Gegenwart" von Jean Gebser


Das ist es was ich meine, wenn ich davon schreibe, daß das Bewußtsein im Falle des geozentrischen Weltbild dieses Wissen ist,
weil es die unmittelbare Erfahrung unserer in Welt ist. Es ist das Wissen das uns bewußt ist. Das kopernikanische Weltbild
dagegen haben wir uns angelernt haben. Aber es hat keinen Eingang unsere alltägliche Erfahrung gefunden. Es hat für uns eben keine Bedeutung im Alltäglichen.

Die kopernikanische Wende hat eben nicht unser Bewußtsein geändert, sondern nur das Bücherwissen.
Für unser Bewußtsein gilt immer noch das geozentrische bzw. ptolemäische Weltbild - egal was wir in einem Buch gelesen haben. Das eben ist der Unterschied zwischen Haben und Sein.


__________________
Tod ist alles, was wir im Wachen sehen, und Schlaf, was im Schlummer.
Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#53

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 07.06.2010 10:49
von fredrock • 4.421 Beiträge

Kants Meinung nach prägen alle Menschen dieselben Anschauungs- und Denkformen. Die Elemente a priori werden nicht aus der fertigen Welt abgelesen, sondern in sie hineingelegt. Transzendental ist das, was die gegenständliche Erfahrung überschreitet und was als Voraussetzung mitgedacht werden muss, um überhaupt Erfahrungen machen zu können, z.B. Raum, Zeit, Kausalität. Es ist allerdings nicht möglich, über die Grenze der Erfahrungen hinauszublicken. Was wir sehen und erleben ist abhängig von unseren Anschauungen, die dann die Welt ausmachen. Eine wissenschaftliche Lehre von der Seele und von Gott als Inbegriff des Absoluten ist unmöglich.

Warum lang wenns auch Kant geht the hunt

Mich würde hier mal Interessieren wie Du folgenden Satz Interpretierst..
"::Transzendental ist das, was die gegenständliche Erfahrung überschreitet"

Mein Beispiel.

gegenständlichen Erfahrung.=Der Tisch ist Hart (in meinem fall ein alter Holztisch)
Transzendental =Der Tisch könnte weich sein wenn....


zuletzt bearbeitet 07.06.2010 10:55 | nach oben springen

#54

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 14.06.2010 21:46
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Zitat von fredrock
Mich würde hier mal Interessieren wie Du folgenden Satz Interpretierst..
"::Transzendental ist das, was die gegenständliche Erfahrung überschreitet"


Du verwechselst Transzendental mit Transzendenz.
Transzendental beschäftigt sich mit unserer Erkenntnisart von Gegenständen. Also ist alle Erkenntnis damit transzendental - zumindest nach Kant.
Transzendenz ist z.B. die von Aristoteles geprägte Metaphysik und vom andalusischen Averroes weiter gedacht als Seiendes das kausal vom Sein abhängt und damit vom Seienden ausgehend auf das Sein im Sinne Platons zu schliessen ermöglicht.

Aber da gibt es ein Weiteres, das völlig übersehen wird, weil wir unser Denken nach außen in die Welt projizieren - damit bleibt unsere Erkenntnis nur an der äußeren Oberfläche der Objekte einer Erscheinung. Richte ich das Denken jedoch nach innen - gelange ich auch an die Innenseite also an eine Erkenntnis auch des Subjektiven einer Erscheinung. Jedoch nur wenn ich die axiolgische Schwelle des Menschlichen überschreite.

Zitat von fredrock
gegenständlichen Erfahrung.=Der Tisch ist Hart (in meinem fall ein alter Holztisch)


Z.B. Quantenphysik: alter harter Holztisch - erkennender Mensch = interagierenende Wellenfunktionen.
Aus was besteht eine Wellenfunktion (= PSI-Funktion)? Aus Nichts.
Dein harter alter Holztisch in der empirischen Welt der Physik und ein harter alter Holztisch in einem Deiner Träume oder Vorstellungen bestehen aus dem gleichen Stoff - aus Nichts bzw. Nicht-gegenständlichem.

Zitat von fredrock
Transzendental =Der Tisch könnte weich sein wenn....


Transzendental wäre: "Woher weisst Du denn das dies ein alter harter Holztisch ist?"

Zitat von fredrock
Eine wissenschaftliche Lehre von der Seele und von Gott als Inbegriff des Absoluten ist unmöglich.


Wenn ich das Denken auf die Welt im Außen richte kann ich nur Veränderliches erkennen.
Und doch gibt es die Psychologie (wissenschaftliche Lehre von der Seele) und die Theologie (Lehre von Gott).
Des weiteren gibt es die Intuition usw.


__________________
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Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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#55

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 23.06.2010 13:07
von fredrock • 4.421 Beiträge

Naja irgendwas greifbares braucht der Mensch ja.. is n bissl schwierig sich im Nichts zu bewegen oder ? the hunt


zuletzt bearbeitet 23.06.2010 13:08 | nach oben springen

#56

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 24.06.2010 14:26
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Hab ich irgendwo geschrieben das dies einfach ist? the hunt
Neee...
Es gibt halt ein Sein und seine Erscheinungen. the hunt
Und der Mensch ist halt nur eine Erscheinung.


__________________
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Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
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zuletzt bearbeitet 24.06.2010 14:27 | nach oben springen

#57

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 24.06.2010 20:17
von fredrock • 4.421 Beiträge

Wenn der Mensch nur eine Erscheinung ist, wie kann er dann Wissen das es ein Sein zum Unterschied gibt ?.
Wäre doch alles was eine Erscheinung erkennen kann ebenso selbige .. es sei denn es gäbe eben diese Göttlich Allwissende Instanz !:


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#58

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 26.06.2010 14:19
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Eine Erscheinung hat immer eine Quelle bzw. Ursache.
Z.B. nimm als einfaches Bild ein Feuer in einer dunklen Höhle.
Feuer verbreitet ein(en) Licht(-Schein) - eine Erscheinung (= Phänomen) die die Höhle erhellt.
Die Quelle des Lichtes ist das Feuer. Geht das aus ist die Erscheinung weg.
Aber die Erscheinung hat eine Verbindung zum Feuer - den Lichtstrahl.

Ein philosophisches Beispiel ist dagegen etwas komplizierter.
Z.B. Descartes: "Ich denke, also bin ich." oder die Variante "Ich denke, ich bin."
Ich nehm mal die "Ich denke, ich bin."

Mein Ich, die Welt und mein Körper ist also eine Erscheinung und durch das Denken indem über Wahrnehmungen, Erfahrungen, Ereignisse usw. nachgedacht / reflektiert bzw. geurteilt oder geschlußfolgert wird. Es findet nicht im Hier und Jetzt (Sein) statt, sondern zeitversetzt - entweder über Vergangenes oder Zukünftiges. Aber das Denken selbst ist eine Aktivität im Hier und Jetzt und damit direkt mit dem Sein verbunden, weil es dort seine Wurzel, seine Quelle hat. (siehe Parmenides - Vorsokratiker). Doch mit Denken ist da was anderes gemeint als das was wir damit verbinden. Dazu mach ich mal einen Ausflug in die Psychologie. Nach C. G. Jung gibt es 4 Funktionen.
2 rationale:
- Denken
- Fühlen
und 2 irrationale:
- Empfindung
- Intuition
Aber dies sind nur Erscheinungsformen, der eigentlichen Intelligenz, des Geistes, der Identitätsgrundlage, Einheit, des Lebens pur, des eigentlichen Wesens, der Grund der Erscheinung, der Idee.
Kurz das was Heraklit als den Logos und Lao Tse als das Tao bezeichnet.
Daraus hat Aristoteles seine Idee des unbewegten Bewegers entwickelt und die christliche Religion des allwissenden Göttlichen. Es ist die archaische Struktur des Bewusstseins, in dem alles mit Allem eine Einheit ist – als ein Sein das keinen Anfang oder Ende hat, aber auch fast völlig unbewußt bzw. kein Selbstbewusstsein. In dieser archaischen Bewusstseinstruktur war der Mensch eins mit Tier, Blume, Stein, der Welt und den Tod gab es nicht.

Vom Denken als Vorgang komm ich ins Hier und Jetzt und deshalb kann ich als Erscheinung wissen das es ein Sein gibt, weil dies meine Verbindung zum Sein ist.


__________________
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Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
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520 - 460 v. Chr.
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#59

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 26.06.2010 18:03
von fredrock • 4.421 Beiträge

Ich habe leider im Moment den Kopf nicht wirklich frei, aber ich komme auf jedenfall darauf zurück, weil ich sehe hier einen Kategorischen Fehler.. der mich immer Ärgert...the hunt


zuletzt bearbeitet 26.06.2010 18:03 | nach oben springen

#60

RE: Philosophische Anthropologie

in Der Garten des Geistes 26.06.2010 18:07
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Kein Problem - bin zur Zeit auch nicht immer zeitgleich mit ner Antwort.
Bin gespannt wo mein Fehler liegt.


__________________
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Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
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