#31

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 02.05.2010 13:07
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

@Loocy:
Wir sind immer noch nicht im gleichen Tunnel :) Ich versuchs mal mit deinem Brückenbeispiel.
Ein Mann kann nicht über Brücken gehen weil er Angst hat. Wenn er vor der Brücke steht sagt sein Unterbewusstsein dem Bewusstsein: geh nicht rüber das gefährlich. Das Bewusstsein sagt OK, hast recht ich geh nicht rüber. Jetzt macht der Mann eine Therapie bei nem Psychiater. Der überzeugt den Mann das Brücken sicher sind und bringt ihm bei wie er bewusst die Warnung aus dem Unterbewusstsein ignorieren kann. Er verändert sich, er hat gelernt mit der Warnung um zu gehen. Aber wenn er das nächste mal vor der Brücke steht kommt die Warnung aus dem Unterbewusstsein immer noch: geh nicht rüber. Jetzt erinnert er sich aber an seine Therapie und das Bewusstsein sagt: ja danke Unterbewusstsein, aber ich gehe trotzdem rüber weil ich weiß das Brücken sicher sind.
Also: Das Unterbewusstsein wurde nicht verändert ( wie Du gesagt hast ) sondern nur das Bewusstsein wurde verändert, es hat gelernt die Warnung zu ignorieren. Verstehst Du jetzt was ich sagen will ? Wir können alles lernen, aber wir können unser Unterbewusstsein nicht verändern.





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#32

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 02.05.2010 16:51
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

@Skull in einer Therapie im psychologischen Sinne überzeugt ein Psychiater den Mann nicht bloß.
Bei solch einer Therapie wird ein unbewußtes Verhaltensmuster in den Fokus des Bewußtsein geholt. Z.B. der Mann ist als 2-jähriger mit seinem Vater über die Brücke gelaufen und dabei ist etwas für ihn schlimmes passiert. Die Jahre vergehen uund an den Vorfall kann er sich gar nicht erinnern. Später passiert noch ein Autounfall und der unbewußte vergessene Vorfall verbindet sich mit dem Autounfall.
In der Psychologie nennt man das einen Komplex.
Wenn der Mann in der Therapie dies noch mal wiedererlebt und bewußt aufarbeitet, wird sich das Unterbewußtsein bei der nächsten Brückenüberquerung nicht mehr warnend melden, sondern er wird wie Du und ich ohne Angst drüber laufen können.

Sorry hab was vergessen.
Dabei wird der Komplex im Unterbewußtsein aufgelöst.


__________________
Tod ist alles, was wir im Wachen sehen, und Schlaf, was im Schlummer.
Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
zuletzt bearbeitet 02.05.2010 16:54 | nach oben springen

#33

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 05.05.2010 23:35
von loocyferFegefeuerungeheuer
| 126 Beiträge

*nick* - da stimm ich Golem zu. Natürlich können Inhalte aus dem Unterbewußtsein überschrieben werden. Wie gesagt, wären sonst Therapien und Gehirnwäschen gar net möglich.

Und es wäre keine Manipulation möglich, was vielleicht noch net mal so schlecht wäre *find* - aber das is ein anderes Thema *find auch*

Golem - ich stimm dir zu, es gibt Ängste, die beruhen auf irgendetwas. Ich hatte früher ne total behämmerte "Spinnophobie", bis ich dahintergekommen bin, daß ich das wohl von meinem Vater "geerbt" hab. Ab da konnte ich gegen die "Spinnophobie" ankämpfen und mittlerweile mag ich die Tierchen ganz gerne, hab jeden Sommer welche auf meinem Balkon oder in meinem Schlafzimmerfenster (wofür ich ihnen jetzt dankbar bin, weil sie mir die Mücken vom Hals halten) und kann sie sogar auf die Hand nehmen.

Dennoch: es gibt Ängste, die haben nen anderen Ursprung. Ich hatte früher nie Höhenangst. Ich hab n Bild von mir als Teenie, wo ich oben auf den Zinnen von nem Turm sitze und die Beine runterbaumeln lasse. Ganz langsam kam diese Angst und sie is völlig irrational. Ich weiß net, ob das mitm Alter zu tun hat - ich hab jetzt schon öfters gehört, daß Lück über nem bestimmten Alter mit Höhenangst zu kämpfen hätten. Auf jeden Fall isses ne irrationale Angst, wo kein Komplex aufgelöst werden kann.

Ich weiß: wenn ich ein 3 m x 1 m Brett über den Fußboden lege, kann ich problemlos drübergehen. Liegt das gleiche Brett über nem tiefen Abgrund, spielt meine Psyche verrückt. Ich nehme nun an, ich steh vor ner Herausforderung, die meine Balance betrifft. Mit ausreichend Balance hätte ich kein Problem, über das Brett zu laufen, wenn es über nem Abgrund liegt. Das bringt mich in meinen Überlegungen dazu, daß es sich wohl nicht um ein "körperliches" Balance-Problem, sondern eher um ein psychisches Balance-Problem handelt. Der näxte Schritt ist: Finde die Balance-Killer und eliminiere sie. Ich arbeite dran :) :)


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An'ye harm none, do what ye will.

zuletzt bearbeitet 05.05.2010 23:37 | nach oben springen

#34

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 09.05.2010 22:02
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

@ loocyfer
jede kongrete Angst ist auf einen Komplex im Unterbewußtsein zurückzuführen. Doch die Angst selbst liegt im Archetyp Tod
begründet.


__________________
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#35

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 11.05.2010 10:20
von loocyferFegefeuerungeheuer
| 126 Beiträge

Zitat von Golem
Doch die Angst selbst liegt im Archetyp Tod
begründet.



Da wirst du wohl Recht haben. Dennoch ändert es nix daran, daß Ängste oft irrational sind und ihr Ursprung nicht ausschließlich auf den ArchetypusTod zurückzuführen sind, sondern als Ursache nen anderen Ursprung haben, damit überhaupt die archaische Angst zutage befördert wird. Wie die konditionierte Angst (weiß nu gar net, ob man das so sagen kann), die ich von meinem Vater "übernommen" hatte. Hätte er net so reagiert und mir erzählt, wie igitt doch Spinnen und Krabbeltiere wären, wäre diese Angst möglicherweise nie aufgetreten.

Natürlich kann ich in dem Zusammenhang erkennen, daß Ängste nicht nur ausschließlich negative Seiten, sondern durchaus auch positive Seiten haben. Sie warnen uns vor Gefahren, die wie gesagt - entweder konditioniert wurden oder die auf den Archetypus Tod zurückzuführen sind (könnt ich mir bei Höhenangst sogar ziemlich gut vorstellen). Letzteres halt ich sogar streckenweise für sinnvoll. Hier denk ich, daß die Balance stimmen muß. Bißi Angst is ja net schlecht, dann bleibt man vorsichtig. Angst, die einen lähmt oder die Lebensqualität vermindert, sollte man meiner Meinung nach ruhig mal unter die Lupe nehmen, ob sie sinnig ist oder wie man sie bewältigen kann. Ich denke schon, daß wir Gefühle bewältigen können und Angst IST ein Gefühl.

Zumindest ist das in meinem Realitätstunnel so ;)


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#36

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 12.05.2010 18:12
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Ängste sind immer irrational und sind immer als ein Komplex im Unterbewußtsein verankert und negativ, weil eher mehr oder weniger psychisch krankhaft.
Aber die archaische Angst, d.h. ihr Archetypus der Tod ist positiv - da hast Du recht. Sie ist im altesten Teil unseres Gehirn zu finden. Es regelt Angriff und Flucht.

Zitat von loocyfer
... Ich denke schon, daß wir Gefühle bewältigen können und Angst IST ein Gefühl.


Das ist genau der Punkt. Negative Ängste (als Komplexe) sind Gefühle. Und Gefühle bewegen Dich - sie sind etwas passives, Du erleidest es. Aber die Ur-Angst archaisch bzw archetypisch ist ein fühlen, eher ein extremes Warnsignal und aktiv.

Was Du von Deinem Vater übernommen hast ist aber eine andere Geschichte. Das hat eher etwas Beziehungs(energie)muster zu tun - a la Familienstellen von Hellinger.

Zitat von loocyfer
Zumindest ist das in meinem Realitätstunnel so ;)


Naja ich würde das eine Interpretation der Realität oder eine programmierte Variante der Realität nennen.


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#37

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 16.05.2010 22:59
von loocyferFegefeuerungeheuer
| 126 Beiträge

Obwohl man einräumen muß, daß schon die Interpretation einer(!) Realität ne Realität is.

Eigentlich find ichs ganz schön, daß alle Menschen andere Realitäten haben. Die Herausforderung besteht m.E. darin, mit den Projektionen zurechtzukommen. Ich find, daß man in Partnerschaften sehr schön sehen kann, wie solche Projektionen funktionieren. Man akzeptiert den anderen Realitätstunnel einfach nicht, nimmt einfach die Landkarte seines eigenen Tunnels und projiziert die auf den Tunnel des Anderen. Ich behaupte sogar ernsthaft, daß allein schon Männer und Frauen nen völlig unterschiedlichen Realtitätstunnel haben. Wenn man dann nicht um diese Projektionen weiß, is ganz schnell Schluß mit Akzeptanz - von Toleranz mal ganz zu schweigen. Ich find Akzeptanz in dem Fall eh besser, weil Toleranz bedeutet, daß mich in Wahrheit was stört, ich es aber hinnehme. Akzeptanz heißt, daß ich es so nehme, wie es is.

Eigentlich völlig unverständlich, wieso Leute meinen, was bei ihnen so is, müßte bei allen andren auch so sein... Generalisierungen... Schubladendenken... Verallgemeinerungen...


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#38

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 19.05.2010 10:02
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Naja, eine andere Ansicht oder Wahrnehmung ist noch keine andere Realität.
Aber da hast Du recht. Es ist gut das jeder eine andere Ansicht hat.

Frauen und Männer leben in der gleichen Realität, aber haben ein unterschiedliches Wertsystem.

Projektionen sind aber noch eine andere Geschichte. Das stammt aus der Psychologie. Und zwar das jede Frau ihr männliches Gegenstück - genannt Animus - in ihrer Psyche als Bild enthält. Dies ist aber meist im Unterbewußtsein verborgen und dem Oberbewußtsein eben nicht bewußt. Im schlimmsten Fall lehnt sie diesen männlichen Anteil in sich komplett ab und leugnet es unbewußt. Also projiziert die Frau dieses Bild auf ihren männlichen Partner. Dieses Bild verdeckt dann den eigentlichen Mann bzw. Partner. Das wirft dann aber auch eine Frage auf: "Liebe ich den Partner so wie er ist oder nur meinen eigen inneren gegengeschlechtlichen Anteil - also eigentlich nur mich selbst?"

All dies: andere Ansicht, verschiedene Wertesysteme und Projektionen gestalten Beziehungen oft schwierig, aber das macht sie auch interessant - sofern man das als Herausforderung sieht.

Das gilt umgekehrt für Männer natürlich gleichermaßen.

Toleranz ist die Duldung einer anderen Meinung.
Akzeptanz ist die Billigung einer anderen Meinung.
Nehme ich die andere Meinung, ein Ergebnis oder ein Ereignis wahr, aber urteile nicht darüber oder ordne sie nicht in mein eigenes Wertesystem ein, bin frei gegenüber den Meinungen anderer. Wende ich das gleiche bei meinen eigenen Meinungen an, bin ich sogar frei vor meinen eigenen Meinungen. D.h. ich kann es so sein lassen wie es ist.


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#39

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 19.05.2010 13:00
von Dawn (gelöscht)
avatar

Zitat
Nehme ich die andere Meinung, ein Ergebnis oder ein Ereignis wahr, aber urteile nicht darüber oder ordne sie nicht in mein eigenes Wertesystem ein, bin frei gegenüber den Meinungen anderer. Wende ich das gleiche bei meinen eigenen Meinungen an, bin ich sogar frei vor meinen eigenen Meinungen. D.h. ich kann es so sein lassen wie es ist.



@ Golem : das nennt man dann Unbefangen sein...

zuletzt bearbeitet 19.05.2010 13:05 | nach oben springen

#40

RE: Der Realitäts-Tunnel

in Der Garten des Geistes 19.05.2010 13:02
von SkullSilence Is Sexy
| 4.277 Beiträge

Zitat
Nehme ich die andere Meinung, ein Ergebnis oder ein Ereignis wahr, aber urteile nicht darüber oder ordne sie nicht in mein eigenes Wertesystem ein, bin frei gegenüber den Meinungen anderer. Wende ich das gleiche bei meinen eigenen Meinungen an, bin ich sogar frei vor meinen eigenen Meinungen. D.h. ich kann es so sein lassen wie es ist.


Genau in dem Zusammenhang kam der Spruch "Think outside the box" in meinem Kommunikationslehrgang :)
Die eigenen Schubladen zu lassen und die Worte des anderen nicht gleich bewerten... sonst gehts gleich schief mit der Kommunikation.
the hunt





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