#1

Zwischen Liebe und Sehnsucht

in Der Garten des Geistes 26.12.2010 11:10
von fredrock • 4.421 Beiträge

Gott und Satan



Die Frage warum die einen Menschen an das eine und andere an das andere Glauben hat mich schon immer sehr Interessiert.
Ich strenge meine Überlegungen einmal ganz Bewusst auf diese beiden Pole {Gott, Satan} weil Sie mir eine sehr Praktische und Deutliche Grundlage bieten.
Naturlich geht es aber um den GLAUBEN an sich, vielmehr was Menschen dazu bringt, sich Gläubig zu nennen.

Anmerkung
Ich mache das Glaube ich auch in teilen und nur aus dem Grunde, weil ich bemerke wie meine Rechner immer abstürzen und ich meine Gedanken irgendwo mal Speichern möchte und bei Bedarf darin zu schwelgen.
Wer immer Lust hat zu Antworten ist Natürlich Herzlich Eingeladen.
Das ganze ist wie meine anderen Postings langfristiger gepalnt und ich gönne mir nach jedem Teil mal eine Pause...


„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn...“


Warum Menschen an etwas Glauben in solch Uniformierter Art ist sicherlich Individuell Unterschiedlich.
Dennoch steht hinter dem Glaubens Inhalten etwas, was sie vereinigt, was ich Grund nennen möchte.
Denn fur mich ist jegliches Glaubens Ziel {Gott oder Satan oder was immer} "poetischer Grund".

Die Menschen empfinden den Zustand, in dem sie sich jetzt befinden, als schwieriger als den, nach dem sie sich sehnen.

Aber ich Versuche fur mich einmal erst einige Gründe zu Kategorisieren.

Teil 1

Der Wunsch nach Erklärung.


Wenn es fur mich etwas gibt was ich als Rast und unbedingten Willen im Menschen erkennen kann, dann ist es der Wunsch danach sich alles erklären zu konnen.
Im Glauben bekommt man diesen Wunsch erfüllt und mehr noch, man bekommt auch noch die Handelsanweisungen mitgeliefert.
Ungemein Praktisch, brauch ich mir schonmal keinen Kopf mehr machen,, Jippieh
Man bekommt im Glauben nicht nur physikalische Phänomene erklärt, sondern vor allem auch die Phänomene von denen man vorher garnicht wusste , das es sie überhaupt gibt.
Aber Glauben heisst ja auch vertrauen und mit ein wenige Pseudo/Philosophie und Liebes Hokuspokus verkauft sich vieles um einiges Leichter.
Man muss den Betroffenen halt nur da erwischen wo seine Sehnsüchte am größten zu sein scheinen {könnte jetzt auch ne Handlungsanweisung fur Verkäufer sein].

Du bist nicht Allein.


Jedes Forum und jeder Sportverein macht damit Werbung... GEMEINSCHAFT
Der Mensch ist eben ein Sippen Ding und wenn mir meine eigene nicht mehr gefällt oder ich mich unverstanden fühle, dann suche ich mir eben eine Neue.

Der Gemeinschaftliche Konsens, wobei die Betonung hier auf der zweiten Silbe ruht,,consentire = übereinstimmen.

Zitat
In der politischen Theorie ist der Konsens zentrales Thema der Identitätstheorie, d. h. einer Vorstellung, die Dissens und Vielfalt in einer Gesellschaft als störend beschreiben



An dieser Stelle gehen mir immer die Gedanklichen Pferde durch und ich neige dann immer zu einer Sarkasmus Tirade uber die ach so Individuelle Szene,, aber das ist ein anderes Thema.... Hier mache ich erstmal eine PAUSE


zuletzt bearbeitet 26.12.2010 11:33 | nach oben springen

#2

RE: Zwischen Liebe und Sehnsucht

in Der Garten des Geistes 30.12.2010 13:07
von LastCaressDunkelsblond!
| 750 Beiträge

Zitat von Fred:
"Du bist nicht Allein.


Jedes Forum und jeder Sportverein macht damit Werbung... GEMEINSCHAFT
Der Mensch ist eben ein Sippen Ding und wenn mir meine eigene nicht mehr gefällt oder ich mich unverstanden fühle, dann suche ich mir eben eine Neue."

Da geht mir grade´so ein Gedanke dazu druch den Kopf, warum ist es im Netz´so anders, als im realen Leben?
HIer im Internet muss irgendwie alles immer besser, schneller, neuer, oder einfach nur immer mehr sein, warum?
Oder kommt es mir nur so vor? Naja, im realen Leben ist eine Gemeinschaft, so finde ich, auch und gerade von Zusammenhalt und Beständigkeit geprägt, aber im www´sieht dann schon anderes aus. So von wegen dem letzten Satz da, den ich zitiert habe,
wenn es mir nicht mehr passt, suche ich was´ Neues! Mhm, ist dass nich auch ein weglaufen? Ein sich nicht damit auseinandersetzen? Ich verstehe schon, wenn man sich seine Vertrauten und damit "seine" Familie selbst sucht, warum auch immer, sei jetzt mal aussen vor gelassen, aber ich denke, dass ich sehr stolz darauf bin, wenn ich ich sagen kann, ich habe ein paar sehr gute Freunde auf die ich zählen kann, und die nicht erst seit gestern, sondern mit denen ich auch schon durch Krisen
gegangen bin, warum und wie auch immer. Nur eine Interpretation hierzu...

Mal wieder zurück zu meinem Gedanken, warum muss es mehr sein? Immer was´ passieren? Kann man nicht Geduld haben?
Ist nicht auch so, dass einfach da sein und auch mal schwieriges zu meistern, oder auch auszusitzen, ein guter Weg ist?
Gut, ich selbst kann da auch mal unbeständiger sein, was das Netz´ angeht, aber sonst bin ich nicht so, warum also?
Weil es im Web´ einfach ist? Unpersönlicher? ...
Wie gesagt, war mir nur so ein Gedanke...


wer wagt der gewinnt!?

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#3

RE: Zwischen Liebe und Sehnsucht

in Der Garten des Geistes 30.12.2010 14:06
von fredrock • 4.421 Beiträge

Wie ich finde ein sehr schöner Gedanke oder zumindestens sehr schön sich überhaupt Gedanken zu machen.

Ich sehe das ja soooo.. der Mensch ist ein absolutes Gewohnheitstier und im Netz funktioniert alles mit ein Paar wenigen klicks.
Alles geht also extrem schnell wenn ich irgendwas nicht will dann,, klick klick und was anderes,,

Meine Befürchtung eben ist, die verlagerung mit ins Private,, das passiert nicht schnell und vielleicht ist das och ne Generations Geschichte,, Aber dieses Internet Verhalten ist etwas, was sich zwangsläufig auch in das *Reale* Leben mit einfärbt.

Man sieht ja was im Internet besonders Beliebt ist und welche Art der Kommunikation damit einhergeht.. kann sich ja jeder seinen eigenen Reim drauf machen.


zuletzt bearbeitet 30.12.2010 14:12 | nach oben springen

#4

RE: Zwischen Liebe und Sehnsucht

in Der Garten des Geistes 30.12.2010 20:45
von private_idahoDementorin
| 5.677 Beiträge

Ich verstehe zwar,was Du meinst...sehe das aber etwas anders.
Zum Einen dauert es im virtuellen viel länger,bis ich Vertrauen habe um über persönliche Dinge zu reden und selbst wenn ich mich in einem "geschützten" Rahmen,wie z.B. hier befinde, drück ich mich noch vorsichtiger aus,als im realem Leben.
Manches lässt sich halt direkt im Gespräch oder zumindest am Telefon einfach besser bereden.
Denn das es mit der Tastatur auch mal schneller zu Missverständnissen kommen kann,haben wir ja selbst hier schon oft genug erlebt,fehlen doch Mimik,Betonung und Stimmlage...all DAS ist zum Teil sehr wichtig für Gespräche jeglicher Art...egal ob Plaver oder ernsthafte Diskussionen.
Das ich für meinen Teil mein Gegenüber auch im Netz sehr ernst nehme,wissen alle,die mich etwas näher kennen.
Ich denke,eine "mangelnde Gesprächskultur hat nicht zwingend was mit dem Netz,sondern eher was mit persönlicher Einstellung und Wertschätzung seines Gegenübers zu tun.

Meiner Meinung nach flüchten eher DIE Menschen von einer Plattform oder aus einem virtuellen Gespräch,die auch im realem Leben Probleme haben zu ihrer Meinung zu stehen oder diese überhaupt kundzutun.
Womit ich Euch beiden definitiv Recht gebe,ist die Tatsache,das es einem das Netz verdammt einfach macht,zu neuen Gefilden aufzubrechen wenn es in irgendeiner Weise anstrengend ,unangenehm oder auch nur langweilig zu werden droht...das ist dann halt der Fluch des Überangebotes....


Ich bin Einzig-Nicht Artig...!!!

zuletzt bearbeitet 30.12.2010 20:46 | nach oben springen

#5

RE: Zwischen Liebe und Sehnsucht

in Der Garten des Geistes 13.03.2011 13:48
von GolemSchattenspieler
| 171 Beiträge

Hallo fred,

das folgende Zitat von Dir beinhaltet eigentlich schon alles:

Zitat
Dennoch steht hinter dem Glaubens Inhalten etwas, was sie vereinigt, was ich Grund nennen möchte.


Das Streben nach Vereinigung, nach Einswerden oder der Rückkehr zur Einheit - kurz: Religion (lat. Rückbindung, was aber auch nur ein anderes Wort für die Rückkehr zur Einheit ist).
Das bricht sich herunter vom Geistigen - eben Religion, über die Psyche mit der Sehnsucht nach Liebe (Vereinigung, Zweisamkeit, Ehe, Gemeinschaft, Familie, Zugehörigkeit usw) bis zum körperlichen Sex.
Der Grund ist die Sehnsucht nach diesem Zustand der Einheit. Die Religionen bezeichnen ihn als Paradies, Nirwana, usw.
Aber dieser Zustand ist nicht unser derzeitiger.
Der ist der: Isoliert, allein in einer abgrundtiefen finsteren Leere zu sein, die durch Vereinigung aufgehoben wird aber nur bis zum Tod.

Poetisch ausgedrückt ist also der Grund
LIEBE.
Selbst Erkenntnis ist ohne Liebe nicht möglich.

Gott ist die Liebe.... (1 Joh 4, 16)

Da eine Existenz zum allergrößten Teil unbewußte Anteile (Verhältnis Bewußtsein zum Unbewußten, ist wie eine kleine Taschenlampe zur Dunkelheit des kosmischen Raumes) enthält, verkennt sie, wer sie ist.

Deshalb ist die wichtigste Frage die: "Wer bin ich?".
Die ganze Philosiphie dreht sich um diese Frage.

Diese äußerst begrenzte Einsicht durch dem Bewußtsein entzogenen, fremd gebliebenen oder gewordenen Mächte, erzeugen dem zufolge durch Denkillusionen Vorstellungen, die einem eigenen Inneren als göttliche Mächte gegenübertreten. D.h. religiöse Bewußtseinsformen sind Äußerungen von undurchschauten Wesenskräften der Existenz, die auf eine Welt außerhalb seines Inneren projiziert werden und damit durch Denkillusionen die Vorstellung einer dualistischen Existenz als Subjekt gegenüber und in einer objektiven äußeren Welt erzeugt.

Zitat von Ludwig Feuerbach
Gott ist das offenbare Innere, das ausgesprochene Selbst des Menschen;
die Religion die feierliche Enthüllung der verborgenen Schätze des Menschen, das Eingeständnis seiner innersten
Gedanken, das öffentliche Bekenntnis seiner Liebesgeheimnisse.


Daher ist ein nicht oberflächlicher Beitrag zu diesem Thema sehr persönlicher Natur, wie private schon geschrieben hat.

Doch ist hier schon wieder Dualismus, entstanden durch Denkillusionen eines Inneren und einer äußeren Welt, am Werk:

Zitat
Gott versus Satan.


Geht aber auf einen mißverstandenen Zoroastrismus zurück.
Der einen Schöpfer des Universums kennt, der durch den guten Geist und seinen Widerpart den bösen Geist diese Welt erschaffen hat und erhält.
Der Judaismus und später das Christentum setzte diesen Schöpfer des Universums mit dem guten Geist gleich.
Dies wird aber durch eine manichäisch geprägte christliche Anschauung erweitert so dargestellt:
Satan bzw. Lucifer war der schönste Engel Gottes und sein liebster Engel.
Und als Gott den Adam als sein Ebenbild schuf liebte er Adam mehr als den Satan/Lucifer/Teufel.
Aus Eifersucht und enttäuschter Liebe wandte der sich von Gott ab und gründete das Reich der Materie. Zum Schluß wird dieses Mißverständnis aufgelöst und selbst der Satan wird erlöst ins Reich Gottes zu seiner Liebe wieder nach Hause zurückkehren.
Du siehst, selbst das ist die Geschichte einer Liebe ala Bollywood.
Poetisch in der Sprache der Mythologie erzählt.
Die manichäische Auffassung findet sich in der Verfilmung von Bram Stokers Dracula von Francis Ford Coppola wieder, wo im Schluß-Showdown Dracula von Mina erlöst wird und an der Decke, wo in den orthodoxen Kirchen der Pancreator (Christus) abgebildet ist, Dracula mit seiner Geliebten Elizabetha vereinigt dargestellt wird und mit dem dazugehörigen passenden Auzug aus einer orthodoxen Liturgie musikalisch untermalt wird.

Doch ist Glaube der auf Liebe gründet, nicht gleichzusetzen mit dem was wir unter glauben verstehen. Dieser Glaube ist eine Gewißheit, die nur nicht in Worten erklärbar ist.
Dagegen meinen wir wenn wir sagen: „Ich glaube…“, daß wir annehmen es könnte so sein – es aber nicht genau wissen ob es so ist.

P.S.: Existenz hab ich hier mal mit Sein gleichgesetzt. Und zur Erinnerung, ich hab mit diversen Religionen und christlichen Sekten nichts am Hut. Ich bin konfessionlos, aber teile nicht die Auffassung der Atheisten (Ist für mich bloß ein Religions-Ersatz).


__________________
Tod ist alles, was wir im Wachen sehen, und Schlaf, was im Schlummer.
Der Mensch zündet sich in der Nacht ein Licht an, wann er gestorben ist und doch lebt.
Er berührt den Toten im Schlummer, wann sein Augenlicht erloschen; im Wachen berührt er den Schlummernden.
Alles fließt.
Heraklit - der Dunkle Philosoph
520 - 460 v. Chr.
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